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Fußball Der Platzwart zieht die Hinrundenbilanz für Hannover 96
Sport Fußball Der Platzwart zieht die Hinrundenbilanz für Hannover 96
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21:10 21.12.2012
Beim Rennen mit dem Luftkissenboot gab Mirko Slomka richtig Gas; die Verhandlungen um seinen Trainervertrag führte er in Schrittgeschwindigkeit. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Husztis Hang zum Nudismus, Magaths Gartentraining, Slomkas Verhandlungsmarathon: Das war die Hinrunde der Saison 2012/13.

August

Top: Mit Felipe holt sich Hannover 96 endlich eine Konstante in die Innenverteidigung. Der Neuzugang, brasilianischer Belgier mit italienischen Haarwurzeln, spielt konstant schlecht oder nicht, verletzt sich an Körperteilen, die gar nicht im Vertrag stehen, und geht so zögerlich zum Friseur wie zum Ball. Gut für 96: Die Vertragsverlängerung von Trainer Mirko Slomka steht unmittelbar bevor.

Flop: In der 1. Runde der Euro-Qualifikation trifft 96 auf St. Patrick’s Athletic, den FC Sevilla von Zentralirland. Wie schon gegen den spanischen Außenseiter schaffen die „Roten“ gegen den schlafenden Riesen aus dem Butterland des Fußballs die Führung erst nach endlosen sechs Minuten. Dass die Saison ungewöhnlich lang wird, zeigt sich in Nöttingen: Die „Roten“ ziehen in die 2. Runde des DFB-Pokals ein.

Tellerrand: Der VfL Wolfsburg hat sich neue Ziele gesetzt: Meister und Pokalsieger, beides, wenn möglich, ohne Gegentor, einen Zuschauerschnitt über 14000 und mit sexy Claims den Klub als Marke etablieren (Magath: Der Trainer). Dazu kauft Magath: Der Manager erst einmal die norddeutschen Konkurrenten leer und geht mit einem abgespeckten 65-Mann-Kader in die Saison.

September

Top: In der Bundesliga herrscht Ordnung. Ungarn mit Hang zum Nudismus bekommen die volle Härte des DFB-Regelwerks zu spüren und können duschen gehen. Auch gut: Secondhand-Neuzugang Szabolcs Huszti erweitert seinen aktiven Wortschatz der deutschen Sprache um das Substantiv „Zaun“. Die Vertragsverhandlungen mit Mirko Slomka stehen vor dem Abschluss.

Flop: Hannover 96 gewinnt mit 4:0 gegen Wolfsburg. In Wolfsburg. Das ist, wenn auch knapp: auswärts! Hallo? Weltsensation! Doch statt Titelgeschichten in „Spiegel“, „Time“ und bei der BBC behandeln die Sportmedien das Spiel wie Bogenschießen und Freistilringen. Nur „Die Sendung mit der Maus“ widmet der Partie ein Special, mit Fokus auf Wolfsburg. In der medialen Außendarstellung hat 96 Luft nach oben.

Tellerrand: Ab dem 6. Spieltag liegen die Bayern in der Tabelle uneinholbar vorn. Und sie haben Martinez. Und Sammer. Man könnte ihnen die Meisterschale also auch gleich überreichen. Aber: Das Rennen um die Vizemeisterschaft bleibt offen. Neben den Altvizemeistern Leverkusen und Schalke melden die Traditionsvereine Hoffenheim und Wolfsburg Ansprüche an. Worauf, bleibt unklar.

Oktober

Top: Der Heimfluch ist überwunden. 22 Spiele zu Hause nicht verloren, das setzt die Mannschaft unnatürlich unter Druck. Jetzt ist alles wieder gut. Kaum hat Gladbach-Coach Favre Mike Hanke eingewechselt, fällt das Tor gegen 96. Alles wie früher. Den Schlusspunkt setzt Juan Arango. 96 stellt dem Freistoßschützen einzig Jan Schlaudraff entgegen, den sie intern nur „The Wall“ nennen. Beim Slomka-Vertrag liegen die Füller bereit, es geht nur noch um unbedeutende Details, Formsache.

Flop: Kein Sieg beim Ligaspiel gegen Dortmund - die Formkurve bei den „Roten“ zeigt nach unten. Die 96er haben glücklicherweise das DFB-Pokalspiel im Dezember, um diese Scharte auszuwetzen. Ansonsten vorhersehbare Resultate: Sieg gegen Helsingborgs IF, Niederlage gegen Goslar.

Tellerrand: Schon wieder die Bayern, dieses Mal in der Krise. Erst die Niederlage gegen BATE Borissow, und dann beendet auch noch Altin Lala seine aktive Karriere bei den Bayern. Uli Hoeneß entbindet daraufhin Felix Magath von seinen Aufgaben. Und die Welt erlebt in Berlin das 4:4 der DFB-Elf gegen Schweden, die Mutter aller Unentschieden.

November

Top: Gegen Freiburg ist Deep Purple im Stadion. Schmiedebach schläft aus. Eine Delegation von Agrarwissenschaftlern prüft den Platz auf seine Anbauqualitäten und moniert Rasenreste. Dem Vertragsabschluss mit Mirko Slomka steht nichts mehr im Wege, beide Seiten haben Sekt kalt gestellt.

Flop: 16 Minuten, um in Stuttgart aus einem 0:2 ein 4:2 zu machen - was hat das denn noch mit Auswärtsspiel zu tun?

Tellerrand: Felix Magath hat Langeweile. Er kauft ein paar Spieler. Sie trainieren bei ihm im Garten. Sein ehemaliger Verein Wolfsburg guckt mit Sorge auf die Zweitligatabelle: Ziel: Man will sich auf Dauer als Nummer 3 in Niedersachsen etablieren.

Dezember

Top: Losglück in der Europa League. 96 gegen Anschi Machatschkalalalala, das Bayern München Dagestans. Der Spielort liegt etwas außerhalb. In Moskau. Für viele 96-Spieler geht ein Traum in Erfüllung - endlich können sie sich die Poster von Nikita Burmistrow und Schamil Lachijalow signieren lassen.

Flop: Bei Mame Diouf wird die Zwangshandlung Toreschießen diagnostiziert. Selbst bei Auswärtsniederlagen kann er nicht anders. Gespräche mit Schalkes Klaas-Jan Huntelaar sollen helfen. Mirko Slomka unterschreibt seinen Vertrag. Und nimmt umgehend Verhandlungen für eine Verlängerung nach 2016 auf. Die ersten Gespräche zeigen: Man liegt noch weit auseinander.

Tellerrand: Markus Babbel muss in Hoffenheim gehen, weil er das Derby gegen Bremen verloren hat. Huub Stevens muss auf Schalke gehen, obwohl er gegen Dortmund und bei Arsenal gesiegt hat. Und in Wolfsburg steht eine Stimmungskanone bereit: Bernd Schchchchchchrrrrrrr-rrrr...

Frohes Fest wünscht Ihnen:

Der Platzwart!

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