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Fußball DFB-Elf mit Rumpfkader in WM-Vorbereitung?
Sport Fußball DFB-Elf mit Rumpfkader in WM-Vorbereitung?
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10:23 26.03.2010
Die von Löw versprochene „weltmeisterliche Vorbereitung“ der Nationalelf ist erheblich erschwert.
Die von Löw versprochene „weltmeisterliche Vorbereitung“ der Nationalelf ist erheblich erschwert. Quelle: dpa
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Schon vor der Weltmeisterschaft in Südafrika hat Bndestrainer Joachim Löw die ersten Sorgenfalten auf der Stirn: Ohne die Münchener Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose, Mario Gomez und Thomas Müller sowie die Bremer Tim Wiese, Per Mertesacker, Mesut Özil, Marko Marin und eventuell auch Aaron Hunt muss er im WM-Testspiel am 13. Mai in Aachen gegen Malta auskommen. Auch zu Beginn des Regenerations-Trainingslagers auf Sizilien würden zumindest diese zehn Profis fehlen. Denn die stehen sich im DFB-Pokalfinale am 15. Mai in Berlin gegenüber.

Löw verließ deshalb am Mittwochabend mit gemischten Gefühlen die Schalker Arena, in der der FC Bayern dank einen „Geniestreichs“ von Arjen Robben in der 112. Minute die Hausherren mit 1:0 nach Verlängerung im Halbfinale des DFB-Pokals geschlagen hatten. Zudem könnten die Personalsorgen noch größer werden. Das Quintett um Lahm würde bei einem Einzug der Münchener ins Finale der Champions League (22. Mai in Madrid) sogar erst beim zweiten Trainingslager in Südtirol in die Vorbereitung auf Südafrika einsteigen.

Und es gibt noch weitere deutsche WM-Kandidaten, die Mitte Mai noch in ihren Klubs gebraucht werden könnten. Am Sonnabend entscheidet sich, ob Kapitän Michael Ballack mit dem FC Chelsea gegen Aston Villa ins englische Pokal-Halbfinale am 15. Mai einzieht. Zudem könnte der Hamburger SV, der mit Marcell Jansen, Piotr Trochowski und Jerome Boateng drei WM-Anwärter stellt, oder der VfL Wolfsburg mit Marcel Schäfer und Christian Gentner ins Endspiel der Europa League (12. Mai) vorstoßen. Arne Friedrich (Hertha BSC) oder Lukas Podolski (1. FC Köln) droht dagegen die Teilnahme an den Relegationsspielen am 13. und 16. Mai gegen den Tabellendritten der 2. Liga, sollten die Hauptstädter oder die Rheinländer den 16. Tabellenplatz belegen.

Das würde die von Löw versprochene „weltmeisterliche Vorbereitung“ der Nationalelf erheblich erschweren. Erst bei den letzten Testspielen in Ungarn (29. Mai) und in Frankfurt gegen Bosnien-Herzegowina (3. Juni) kann sich die WM-Formation einspielen. Der Bundestrainer wird darum seinen Plan verwirklichen müssen, wie schon vor der EM 2008 erneut mehr als 23 Akteure in seinen vorläufigen WM-Kader zu berufen, zumal er erst am 5. Juni sein endgültiges Aufgebot für Südafrika bekanntgeben muss. Vor zwei Jahren nominierte er 26 Spieler und strich am Ende drei.

Löw hat für die WM „einen erweiterten Kader von insgesamt 33 Kandidaten“ ausgewählt. Die öffentlichen Debatten um die Ernennung des Leverkusener Torhüters Rene Adler zur Nummer 1 oder um andere Positionen verfolgt er nach eigener Aussage „unaufgeregt“. Und auch die leisen Hoffnungen des verbannten Schalker Torjägers Kevin Kuranyi auf ein Comeback in der Nationalelf und die WM-Teilnahme nicht erfüllen: „Da habe ich schon einige Antworten gegeben und möchte es dabei belassen“, bekräftigte Löw. Sechs Wochen vor der Nominierung des WM-Aufgebotes hält er Kurs: „Es gibt von uns zu vielen Personalien klare Aussagen, die wir nicht ständig wiederholen müssen.“

dpa