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Fußball Bremen verpasst erneut Europapokal
Sport Fußball Bremen verpasst erneut Europapokal
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10:50 06.05.2012
Werder-Coach Thomas Schaaf kann mit der Saison nicht zufrieden sein. Quelle: dpa
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Bremen

Das Spiel gegen Schalke passte ganz wunderbar zur verkorksten Werder-Saison. Ganz kurz kam noch einmal die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren auf, als der Rückstand von Hannover 96 gegen Kaiserslautern bekannt wurde - doch am Ende gab es eine weitere Enttäuschung. Werder verlor gegen Schalke 04 verdient mit 2:3 (1:1) und verpasste zweiten Mal nacheinander den Sprung in den Europapokal, während der viele Jahre bewundernd nach Bremen schauende Nachbar aus Niedersachsen erneut international spielt.

„Nach dieser Rückrunde kann man nur sagen: Gott sei Dank ist es vorbei“, sagte Kapitän Clemens Fritz. Ernüchterung hat sich in Bremen breitgemacht. Nur zaghafte Unmutsäußerungen waren im Weserstadion zu vernehmen, ein einzelnes Plakat forderte: „Schaaf raus.“ Die Bremer Verantwortlichen blieben wie immer gelassen. „Damit muss man leben“, sagte Clubchef Klaus Allofs: „Ich glaube, wenn wir im Stadion an jeden Plakate verteilt hätten, hätte ich viel häufiger ’Schaaf bitte bleib’ gelesen.“

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Dass sich einiges ändern muss bei Werder, ist offensichtlich. Aber das wird nicht die Führung betreffen, sondern die Mannschaft. Wie weit der Umbruch schon eingeleitet ist, zeigte sich bereits kurz vor dem Anpfiff, denn der Verein verabschiedete gleich ein halbes Dutzend seiner Spieler: Tim Borowski, Markus Rosenberg und Tim Wiese, die noch ein letztes Mal in der Startelf standen, sowie Marko Marin, Mikael Silvestre und Lennart Thy.

Bis auf Wiese werden die Fans wohl wenige dieser Spieler vermissen, von denen zumindest Borowski schon glorreiche Zeiten in Bremen erlebt hat. Der Mittelfeldmann, dem nach dem Spiel die Tränen über die Wangen liefen, war der letzte Profi im Kader, der 2004 mit Werder den Pokal und die Meisterschaft gewann.

Ein Double wird es auf absehbare Zeit in Bremen nicht mehr geben. Wie weit Werder von der Bundesliga-Spitze entfernt ist, wurde auch gegen Schalke deutlich. Die Hanseaten spielten schwach und schafften nicht einmal die Minimal-Voraussetzung, um noch Siebter werden zu können. Sie schlossen die Saison auf Platz neun ab. Nur 13 Punkte holte das Team in den 17 Partien nach der Winterpause.

Gegen Schalke zeigten die Bremer erneut, warum sie in einem internationalen Wettbewerb derzeit nichts zu suchen haben. Viele Fehlpässe und umständliche Aktionen waren im Offensivspiel symptomatisch. In der Defensive war vor allem die Anfälligkeit bei Kontern wieder offensichtlich.

„So, wie die Mannschaft aktuell beisammen ist, ist sie nicht gut genug“, sagte Allofs zu dem von ihm zusammengestellten Kader. Angesichts dieser Selbstkritik fand er auch das passende Schlusswort: „In diesem Punkt bin ich auch glücklich, dass die Saison zu Ende ist.“ 

jhf/dpa

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