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Fußball Borussia Dortmund hofft auf die zweite Chance
Sport Fußball Borussia Dortmund hofft auf die zweite Chance
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00:15 29.05.2013
Von Stefan Knopf
Mit hängenden Köpfen stiegen die Dortmunder als Zweitplatzierte die Treppen von Wembley hinab. Quelle: dpa
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London

Die 107 Stufen hinauf zur königlichen Loge wurden immer länger. Dort oben stand sie, die Trophäe für den Champions-League-Sieger, und nun mussten die Dortmunder Spieler hinauf, um ihre Silbermedaillen in Empfang zu nehmen, einer nach dem anderen. Vorbei am großen Pokal, der so nah war und doch so unerreichbar. Und als ob das alles nicht schon genug war: Die königliche Loge bietet einen exzellenten Überblick über das Wembley-Stadion, und als sich der schwarz-gelbe Tross die Treppe wieder hinabschlängelte, da hatten Spieler und Betreuer beste Sicht auf die Mannschaft des FC Bayern, die zunächst noch Spalier gestanden hatte für den unterlegenen Finalisten und inzwischen mitten im nächsten Freudentaumel steckte.

Als die Dortmunder Fußballer wieder den Rasen betraten, da feierten die Fans auf der Ostseite des Stadions die Mannschaft trotz der 1:2-Niederlage, doch die Aufmunterung wollte die Spieler nicht recht erreichen. Lukasz Piszczek sank auf den Boden und ließ die Tränen ungehemmt rollen. Natürlich waren die Dortmunder eher der Außenseiter in diesem Endspiel gewesen, aber auch ein Außenseiter will ja gewinnen, und chancenlos war der BVB nun wirklich nicht.

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Jakub Blaszczykowski (15. Minute), Marco Reus (19.) und Robert Lewandowski (35.) hatten vor der Pause drei gute Gelegenheiten, den BVB in Führung zu bringen, und es wäre eine interessante Frage gewesen, wie die Partie dann gelaufen wäre. Aber hätte, wenn und aber: Letztlich reichte es nur zum zwischenzeitlichen 1:1 durch den Elfmeter von Ilkay Gündogan (68.), nachdem Bayerns Innenverteidiger Dante Reus ungestüm zu Fall gebracht hatte.

In der Enttäuschung über eine Niederlage ist es schwer, den Stolz auf das Erreichte wiederzufinden, und auch den Dortmundern wollte dies in der Nacht von London nur schwer gelingen. Auf dem Weg nach Wembley war der BVB ein Garant für das Spektakuläre, und auch im Endspiel bewies die Mannschaft, dass sie zurecht dort stand. Was diese Niederlage so schmerzhaft macht, ist nicht allein das späte Siegtor durch Arjen Robben in der 89. Minute, es ist vor allem die Ungewissheit, ob die Mannschaft ihr Niveau halten kann, ob sie auch im nächsten Jahr so mitreißend und erfolgreich spielen kann. Der Verlust von Mario Götze ausgerechnet an den FC Bayern hat die Dortmunder schwer getroffen, nun scheint ihm Lewandowski bald zu folgen: Viele ahnen, dass die Gelegenheit auf den Gewinn der Champions League so schnell nicht wiederkommt.

Jürgen Klopps Jugendtruppe ist erwachsen geworden, angekommen nicht nur in der deutschen, sondern auch in der europäischen Spitze. Der BVB braucht neue Impulse für die Zukunft, um an die vergangenen drei Jahre anknüpfen zu können. Die Gegner sind jetzt gewarnt. „Eines verspreche ich: Wir werden in der kommenden Saison eine Mannschaft haben, die mindestens genauso gut ist und die wieder angreifen wird“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Nach dem Urlaub, mit etwas Abstand betrachtet, bekommen Spieler und Verantwortliche vielleicht einen klareren Blick auf das, was sie in diesem Jahr geleistet haben. Und auch neue Ziele können dabei helfen, Enttäuschungen zu verarbeiten. Klopp hätte da schon eines im Auge: „In zwei Jahren ist das Endspiel in Berlin. Das wäre vielleicht ein guter Platz, um in ein weiteres Champions-League-Finale einzuziehen.“

dpa

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