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Fußball Bleibt Köstner beim VfL Wolfsburg?
Sport Fußball Bleibt Köstner beim VfL Wolfsburg?
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15:33 16.12.2012
„Wölfe“-Trainer Lorenz-Günther Köstner will Klarheit über seine Zukunft beim VfL Wolfsburg. Quelle: dpa
Wolfsburg

Lorenz-Günther Köstner redete sich beinahe mal wieder um Kopf und Kragen. Als der Interimscoach des VfL Wolfsburg zur Analyse der ersten Heimniederlage unter seiner Verantwortung gefragt wurde, schien sein Statement zu einer Erklärung in eigener Sache zu werden. Ungefragt zog Köstner nach dem 0:2 zum Hinrundenende gegen Eintracht Frankfurt eine Art Fazit seiner Tätigkeit beim VfL. „Ich stehe ab dem achten Spieltag in der vollen Verantwortung und hätte auch gerne ein paar Punkte mehr“, befand Köstner.

Sein bedeutungsschwangerer Tonfall ließ befürchten, dass der 60-Jährige vier Tage vor dem Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen am Mittwoch das Ende seiner Arbeit als Proficoach Wolfsburgs verkünden wollte. Stattdessen wurde es dann eine etwas hölzern vorgetragene Art einer Erklärung in eigener Sache. Vehement forderte Köstner plötzlich Klarheit über seine Zukunft beim VfL. „Ich habe die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz geführt. Wenn man trotzdem nicht mit mir weiter arbeiten möchte, dann sollte man mir dies aber ganz schnell sagen“, polterte Köstner in seinem fränkischen Idiom.

Geschäftsführer Klaus Allofs verweigerte Köstner jedoch eine schnelle Entscheidung. „Wir sind überhaupt nicht unter Zeitdruck“, sagte Allofs am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. „Wir werden die Zeit nutzen, uns ein Bild zu machen. Und wenn wir denken, dass wir klar genug sehen, dann werden wir das verkünden. Wann das sein wird, das kann ich nicht sagen.“ Köstner bleibt somit Trainer auf Abruf.

Insgesamt spielte Allofs den Auftritt Köstners herunter: „Was unmittelbar nach dem Spiel geredet wird, darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin ganz entspannt, da gibt es kein Probleme zwischen uns.“ Köstner ist in der mitunter weich gespülten Welt des modernen Profi-Fußballs inzwischen eine Eigenart. Rhetorische Feinheiten sind ihm fremd; er spricht genau so, wie er eben gerade fühlt. Und der Fanliebling, der schon vor Anpfiff am Sonnabend vom Stadionsprecher als „Mann der Stunde“ und anschließend mit Sprechchören gefeiert wurde, schien sich vor dem letzten Heimspiel des Jahres am Mittwoch eben danach zu sehnen, sich im Falle einer Ablösung in der Winterpause „mit Anstand“ verabschieden zu können.

Dieses Szenario ist nicht neu in Wolfsburg. Ein früherer Pressesprecher zuckte bei solch ungefragten Statements Köstners stets zusammen. Schon einmal half der Fußballlehrer seinem Club in höchster Not aus. 2010 nach der Beurlaubung seines aktuellen Besiegers Armin Veh stabilisierte er den damals amtierenden Meister und führte in bis ins Viertelfinale der Europa League. Auch im Frühjahr 2010 forderte er damals Klarheit in der Trainerfrage und sprach anschließend von „unbedachten“ Äußerungen.

Am Ende der Saison reihte sich der treue „VfL-Soldat“ wieder ins zweite Glied und ging zu den Amateuren zurück. Und diesmal? „Es gibt bislang keine Information darüber, wie lange das Ganze geht“, verriet Köstner. Auch die Mannschaft weiß von nichts. „Wir haben noch ein Spiel am Mittwoch. Das bestreiten wir auf jeden Fall mit ihm. Danach darf spekuliert werden“, sagte Führungsspieler Marcel Schäfer.

Allofs war dem Thema schon am Samstag ausgewichen. „In dieser Frage gibt es keine Entscheidung. Das ist mit Lorenz auch abgesprochen“, sagte Allofs - freilich vor Köstners Erklärung in eigener Sache. An dieser Ansage änderte sich jedoch am Sonntag nichts. „Wir haben Klarheit“, bekräftigte Allofs da. Auf den neuen Wolfsburger Sportchef wartet ohnehin eine arbeitsreiche Winterpause. Die Trainerfrage ist ungeklärt, zudem soll der von Vorgänger Felix Magath aufgeblähte Kader verkleinert werden: „Die Entscheidung, dass wir den Kader verschlanken wollen, ist gefallen.“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert

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