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Fußball Bayern und Dortmund vor dem Gipfel der Giganten
Sport Fußball Bayern und Dortmund vor dem Gipfel der Giganten
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14:59 26.02.2013
Dürften sich am Mittwoch keinen Meter schenken: Bastian Schweinsteiger (r) und Dortmunds Robert Lewandowski. Quelle: dpa
München/Dortmund

„Heißer Tanz“, „riesiger Pokalfight“, „superbesonderes Spiel“ - 94 Tage vor dem Finale des DFB-Pokals in Berlin geht es im inoffiziellen Endspiel schon um mehr als das Prestige. Der in der Liga enteilte Münchner Fußball-Rekordchampion will dem Dortmunder Doublegewinner die nächste Titelhoffnung rauben und seinen Status als Nummer eins untermauern.

„Ich glaube, ganz Deutschland freut sich drauf - wir auch! Das sind die zwei besten Mannschaften in Deutschland“, betonte Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm vor dem Viertelfinale an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und Sky).

Exakt 113 Jahre nach der Gründung am 27. Februar 1900 möchte sich der FC Bayern den Vereins-Geburtstag nicht von seinem Dauer-Spaßverderber der vergangenen Jahre vermiesen lassen. Die Fußballfans sind schon vor dem Spiel die Gewinner, denn mehr als Bayern kontra Dortmund geht im deutschen Fußball zur Zeit nicht. Es sei das „wahre Endspiel“, betonte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. 71 000 Zuschauern werden in der Pokal-Festung Allianz Arena dabei sein, 250 000 Tickets hätten die Münchner verkaufen können.

„Es geht um einen Titel, deswegen müssen wir gewinnen“, sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Klar: Er möchte sein Team am 1. Juni im Olympiastadion der Hauptstadt auflaufen sehen. „Beide wollen gewinnen, beide wollen nach Berlin.“ Zuversicht gibt neben der herausragenden Vorstellung in dieser Bundesligasaison auch der Blick auf die Heimbilanz im Pokal.

In 26 der vergangenen 27 Pokalheimspiele zogen die Bayern dann in die nächste Runde ein. Die jüngste Bilanz gegen den BVB sieht dagegen düster aus: Nur ein Sieg in den vergangenen sieben Pflichtspielen bei fünf Niederlagen und einem Remis - der einzige Erfolg war der im Supercup. Die zwei titellosen Jahre, die bei den Münchnern millionenschwere Korrekturen zur Folge hatten, schmerzen immer noch.

„Wir haben gemerkt, dass der Respekt der Bayern vor uns größer geworden ist“, stellte BVB-Coach Jürgen Klopp fest. Er gab sich vor der Neuauflage des Vorjahres-Endspiels zuversichtlich: „Wir wollen in die nächste Runde einziehen.“ Positiv für die Dortmunder: Der in der Liga gesperrte Top-Torjäger Robert Lewandowski, Spekulationsobjekt für den Münchner Angriff, darf im Pokal mitspielen. „Ich glaube fest daran, dass wir sie in München schlagen können. Wir haben wesentlich weniger Druck als die Bayern. Wenn sie verlieren, ist der Aufschrei größer“, sagte er der „Sport Bild“.

Der dreifache Torschütze vom 5:2 im Pokalfinale 2012, bei dem Rummenigge fünf „Watschn“ wehtaten, ist dabei. Dagegen schaut der gesperrte Franck Ribéry „traurig“ von der Tribüne zu. Für die Rolle des Franzosen steht der zuletzt missmutige Reservist Arjen Robben bereit. „Das ist wieder ein superbesonderes Spiel“, erklärte der Niederländer. Mit einem Tor und zwei Assists beim 6:1 gegen Bremen schoss er sich für das Duell gegen die Borussen, die nach dem 1:1 in Mönchengladbach und nunmehr 17 Zählern Rückstand endgültig zu einem Bayern-Jägerchen geschrumpft sind, warm.

Robben bekam von Coach Jupp Heynckes eine Einsatzgarantie. „Bei Arjen brauche ich kein Geheimnis draus zu machen“, sagte Heynckes mit Blick auf den „brisanten Pokalfight“ zwischen zwei Teams „auf Augenhöhe“. Er demonstrierte Zuversicht. „Wir spielen zu Hause, haben Selbstbewusstsein und spielen auf einem wahnsinnig hohen Niveau Fußball.“ Beckenbauer prophezeite via „Bild“ schon einmal „eine Fußballnacht, die alle Erwartungen erfüllen wird“.

Die Münchner wollen ihre Rolle als Nummer eins, in der sie sich mit Blick auf Finanzen und Erfolge zurecht fühlen, bestätigen. „Wir konnten es leider die letzten zwei Jahre nicht beweisen, auch wenn es da schon meine Meinung war. Aber Dortmund ist zweimal absolut verdient Meister geworden“, erklärte Toni Kroos.

Der Gigantengipfel am Mittwoch kann das Selbstverständnis beider Teams weiter beeinflussen. „Dortmund wird versuchen, die Serie gegen uns fortzusetzen. Da haben wir aber mal richtig was dagegen“, ließ Thomas Müller verlauten. Und: „Am Mittwoch erwartet uns ein heißer Tanz.“ Für den damals noch in Spanien spielenden Javi Martínez hat die Partie nach dem Finale 2012 „ein bisschen den Charakter einer Revanche“.

Mehr Respekt als große Reden gab es vor dem Duell, das der ehemalige Dortmunder und Münchner Coach Ottmar Hitzfeld mit dem spanischen Schlager verglich. „Von der Brisanz her ist die Partie ja gleichgestellt mit dem Clasico zwischen Barcelona und Real Madrid“, sagte er der „tz“ (Dienstag).

dpa

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