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Fußball Bayern-Coach van Gaal genervt: Ultimatum für Ribery
Sport Fußball Bayern-Coach van Gaal genervt: Ultimatum für Ribery
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11:48 05.07.2009
Wechsel oder Bekenntnis zu Bayern München: Trainer Louis van Gaal hat dem französischen Weltklassespieler Franck Ribery ein Ultimatum gestellt. Quelle: Oliver Lang/ddp
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„Das Wechsel-Thema ist nicht gut für Franck, nicht gut für Bayern und auch nicht gut für mich. Es muss bald vorbei sein“, sagte der neue Coach der Bild am Sonntag. Heißt im Klartext: Entweder Riberys Wunschtransfer zu Real Madrid geht in Kürze über die Bühne, oder er bleibt und bekennt sich zum FC Bayern.

Das will van Gaal dem Mittelfeldspieler bereits persönlich in einem vertraulichen Gespräch mitgeteilt haben. Obwohl der knorrige Niederländer auf eine Entscheidung drängt und Disziplinlosigkeiten a la Ribery („Ich will weg!“) mit einem Verhaltenskatalog ahnden will, hat er doch auch Verständnis für den Star. „Er hat es augenblicklich sehr schwer, weil sein Umfeld ihn stark beeinflusst - und das können wir alle sehen. Darüber habe ich mit ihm gesprochen“, sagte er.

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Die Bayern wollen Ribery, der wegen Blasen an den Fersen und Achillessehnenproblemen derzeit nicht mit der Mannschaft trainieren kann, weiter unbedingt halten. „Wir haben Franck klar und deutlich gesagt, dass wir auf ihn bauen und ein Verkauf nicht zur Debatte steht. Franck bleibt beim FC Bayern. Und wenn er es eingesehen hat, wird er Gas geben, und seine gute Laune kommt dann von ganz alleine“, sagte Christian Nerlinger der Münchner AZ.

Doch auch dem neuen Sportdirektor geht das Ribery-Geplänkel auf die Nerven, jetzt will er mit van Gaal einen „Verhaltenskatalog“ für die Profis ausarbeiten. „Den Spielern sollen Grenzen gezeigt werden, die nicht überschritten werden dürfen“, sagte er. Ohne Regeln sei es „schwierig, in einer Gemeinschaft zu leben“, ergänzte van Gaal, die Spieler könnten sich aber innerhalb der Grenzen „frei bewegen“.

Dass mit van Gaal nicht zu spaßen ist, dürften die Bayern-Stars schon bei den ersten Einheiten gespürt haben. Der Niederländer gibt harte, klare Kommandos, er kritisiert lautstark - ist sich aber auch für ein Lob nicht zu schade. Nerlinger beschreibt den neuen Mann als „sehr autoritär“, van Gaal selbst bekennt: „Na ja, ich bin schon ein General, aber ein flexibler General.“

Er wolle „Bayern wieder nach vorne bringen“, sagte van Gaal zu seinen Zielen, forderte aber auch Geduld: „Um die Mannschaft auf das Niveau zu bringen, das ich sehen möchte, werde ich drei, vier Monate benötigen.“ Zunächst will er noch einige Spieler aussortieren, denn: “27 Spieler sind zu viel.“ Falls Ribery tatsächlich geht, kann sich van Gaal den Kauf eines Torhüters vorstellen. „Es ist ein Thema, das ich in den ersten zwei Wochen beobachten muss“, sagte er, und heizte die Spekulationen um Manuel Neuer von Schalke 04 damit wieder an.
Wie den Torhütern prophezeite van Gaal auch Abwehrchef Lucio einen knallharten Konkurrenzkampf. Weil er einen Rechtsfuß rechts in der Innenverteidigung und einen Linksfuß links aufstellen will, muss sich Lucio gegen Martin Demichelis, Daniel van Buyten und auch gegen Breno durchsetzen. Nerlinger glaubt, dass Lucio den Kampf annehmen wird, obwohl der Brasilianer zuletzt von Abschied sprach.

Das gelte auch für Luca Toni, sagte Nerlinger - und der Stürmer meldete sich prompt mit einer Kampfansage aus dem Urlaub. „Wer neben mir stürmt, ist mir egal“, ließ er Mario Gomez, Ivica Olic, Miroslav Klose und Thomas Müller wissen. Und auch zu Ribery hat Toni eine Meinung. „Franck ist der beste Spieler der Welt! Ich wünsche mir, dass Bayern nicht die besten Spieler verkauft, sondern die besten Spieler kauft. Er sollte bei Bayern bleiben“, sagte der Italiener.

Für die spanische Presse steht indes fest, dass die Bayern sich vergeblich mühen. Das Sportblatt Marca nannte Riberys Trainingspause einen „klaren Akt der Rebellion“. Nerlinger wies das zurück, Ribery habe wirklich Probleme, „das ist keine Erfindung und kein Vorwand“. Eine vorgetäuschte Verletzung könnte Ribery auch bald gar nicht mehr nötig haben. Laut der Sportzeitung AS wird sich Madrids Unterhändler Pedro Lopez Jimenez bald bei den Bayern melden - und ein Angebot für Ribery abgeben, „das die Bayern nicht ausschlagen können“.