Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Fußball Arjen Robben wird zum Helden von Wembley
Sport Fußball Arjen Robben wird zum Helden von Wembley
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 28.05.2013
Von Stefan Knopf
Das ist das Ding: Arjen Robben mit dem Champions-League-Pokal. Quelle: dpa
London

Als das Spiel vorbei war, saß Arjen Robben ein paar Sekunden lang allein auf dem Rasen, und für diesen Moment kehrten die Dämonen der Vergangenheit zurück. Da kam sie wieder hoch, die Erinnerung an das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea im vergangenen Jahr, die Erinnerung an seinen verschossenen Elfmeter in der Verlängerung, der dem FC Bayern München unter dem Strich den Triumph im eigenen Stadion gekostet hatte. „Mit dem Schlusspfiff ist mir das alles noch mal durch den Kopf gegangen“, sagte Robben. Bis ihn seine Mitspieler in die Gegenwart zurückholten.

Diesmal hatte er es geschafft, diesmal hatte er das Finale entschieden; sein Treffer zum 2:1 in der 89. Spielminute war ein Niederschlag für Borussia Dortmund. Ein Tor so spät in einem Fußballspiel nimmt dem Gegner die Luft, es bleibt ihm praktisch keine Gelegenheit mehr zu reagieren. „Ich freue mich sehr für ihn“, sagte Robbens Trainer Jupp Heynckes. „Ich habe ihn in den vergangenen Tagen sehr konzentriert und fokussiert erlebt. Und noch am Freitag habe ich ihm gesagt: Arjen, du bist gut drauf, das wird für dieses Spiel mitentscheidend sein.“

So also macht das der Pädagoge Heynckes, dem es gelungen ist, dass der Einzelgänger Robben in diesem Jahr seine Eitelkeiten zurückstellt. Denn hätte es Robben nicht wissen müssen, dass er diesen Elfmeter gegen Chelsea besser nicht schießt, nachdem sein vorangegangener Versuch gegen Borussia Dortmund bereits gescheitert war? Doch die Aussicht auf die Heldenrolle erschien ihm damals einfach zu verlockend.

In der Fußballwelt von Heynckes ist für so viel Egoismus kein Platz, und ob Robben in München noch einmal eine Gelegenheit für eine Heldenrolle bekommen würde, erschien lange fraglich. Das wird ja schnell vergessen: Robben war in dieser Saison lange kein Stammspieler; erst als sich Toni Kroos im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Juventus Turin verletzte und Thomas Müller von der rechten Seite ins Zentrum wechselte, rückte Robben wieder in die Startformation. Auch das Interesse der Münchener Fans am weiteren Mitwirken des 29-Jährigen hatte sich bis dahin in Grenzen gehalten. Als die Bayern nach dem Ende der vergangenen Saison zu einem Freundschaftsspiel gegen die niederländische Nationalmannschaft antraten, wurde Robben von den Münchener Fans ausgepfiffen.

Und jetzt: Siegtor selbst geschossen, zudem das 1:0 durch Mario Mandzukic vorbereitet – das ist wahrscheinlich sogar mehr, als der Robben aus dem Chelsea-Spiel für sich in Anspruch genommen hätte.

Dabei hatte es lange Zeit so ausgesehen, als würde auch in Wembley jemand anders in die Rolle des strahlenden Helden schlüpfen müssen. Der Ball wollte einfach nicht ins Tor: Zweimal, in der 30. und 43. Minute, tauchte Robben frei vor Roman Weidenfeller auf, doch beide Male gewann der Dortmunder Torwart das Duell. Und in der 72. Minute kratzte Neven Subotic den Ball vor dem einschussbereiten Robben noch von der Linie.

Eine Genugtuung sei dieses 2:1 schließlich gewesen, sagte Robben. „Das bedeutet mir sehr viel. Ich kann es eigentlich noch gar nicht fassen. Da sind so viele Emotionen, das ist unglaublich.“ Aus vielen Gründen. Nicht nur wegen dieses Elfmeters im Mai 2012. Drei Endspiele habe er bereits verloren, sagte Robben, zweimal mit dem FC Bayern in der Champions League, und einmal mit der niederländischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2010. Eine vierte Pleite wollte er unbedingt verhindern, „sonst hast du natürlich den Verliererstempel weg“.

Als die Münchener Spieler nach der Siegerehrung auf den Rasen zurückkamen, um vor ihrer Fankurve zu feiern, kletterte Robben mit dem Megafon auf die Werbebande und gab den Takt vor. Da war er wieder, der kleine Solist. Aber diesmal war im niemand böse. Im Gegenteil.

Zwölf Monate nach der Final-Schmach „dahoam“ hat der FC Bayern München Europas Fußball-Thron zurückerobert. Der deutsche Meister siegte am Samstag im Champions League-Finale gegen den nationalen Erzrivalen Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0). HAZ-Reporter Stefan Knopf berichtet aus dem Wembley-Stadion.

28.05.2013

Die Zweitliga-Rückkehr für den VfL Osnabrück ist greifbar nahe, aber noch lange nicht vollbracht. Am Dienstag im Relegations-Rückspiel bei Dynamo Dresden erwartet den VfL noch einmal ein Hexenkessel.

25.05.2013

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist als Nachfolger von Theo Zwanziger in das UEFA-Exekutivkomitee gewählt worden. Als Mitglied der Kommission für Nationalmannschaftswettbewerbe wird er maßgeblichen Einfluss auf künftige EM-Turniere haben.

24.05.2013