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Fußball 53 Verdachtsfälle im FIFA-Skandal
Sport Fußball 53 Verdachtsfälle im FIFA-Skandal
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12:06 17.06.2015
Joseph Blatter bewegt sich auf immer dünnerem Eis. Der Schweizer Bundesanwalt schließt eine offizielle Befragung des FIFA-Präsidenten nicht aus. Quelle: Ennio Leanza/dpa
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Bern/Berlin

Die verdächtigen Bankverbindungen seien von der Schweizer Financial Intelligence Unit, der Meldestelle für Geldwäscherei, gemeldet worden. Weitere 104 Bankverbindungen standen schon zuvor im Fokus der Ermittlungen. Seit den höchst umstrittenen WM-Vergaben an Russland und Katar im Dezember 2010 gibt es zahlreiche Verdächtigungen, dass stimmberechtigte Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees mitunter hohe Geldsummen aus den Veranstalterländern erhalten haben.

Fall ist "groß und komplex"

Diesbezüglich hatte auch schon der inzwischen zurückgetretene FIFA-Chefermittler Michael Garcia einen umfangreichen Bericht verfasst, der vom Weltverband bislang noch nicht veröffentlicht worden war. Um welche Transaktionen und um welche Geldsummen es sich handelt, wollte Lauber am Mittwoch nicht sagen. Der Fall sei "groß und komplex" und könne sich lange hinziehen.

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"Diese Untersuchung wird länger gehen als die berühmten 90 Minuten", ergänzte der Jurist. Laut Lauber müssten umfangreiche Datenmengen analysiert werden, einen Zeitplan konnte er nicht geben. "Der Zeitplan der FIFA ist mir völlig egal. Mich interessiert nur das Strafverfahren. Ich mache keine Politik."

Schon zehn Personen verhört

Bisher hatte die FIFA eine Neuvergabe der Turniere abgelehnt und lediglich von möglichen Vergehen einzelner Personen gesprochen. Russland und Katar hatten die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Nun könnte aber Bewegung in die Angelegenheit kommen. Bisher seien zehn Personen verhört worden.

Lauber schloss nicht aus, dass womöglich auch FIFA-Präsident Joseph Blatter und Generalsekretär Jérôme Valcke noch befragt werden. Die FIFA selbst hatte im November 2014 Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Untersuchungen beziehen sich derzeit auf die WM-Vergaben 2018 und 2022, könnten aber auch ausgeweitet werden. "Das ist ein dynamischer Prozess. Es könnte in jede Richtung gehen", sagte Lauber.

Im Zuge der US-Ermittlungen war eine ominöse Geldzahlung von zehn Millionen Euro von 2010-Gastgeber Südafrika an den Concanaf-Verband bekanntgeworden. Südafrika hatte Vorwürfe des Stimmenkaufs zurückgewiesen. Am Rande des FIFA-Kongresses Ende Mai waren sieben hochrangige Fußball-Funktionäre festgenommen worden. Die US-Justiz ermittelt derzeit gegen 14 Personen wegen Korruption, Verschwörung und organisiertes Verbrechen.

dpa

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