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Fußball EM Maulwurf sorgt für Unruhe beim DFB
Sport Fußball EM Maulwurf sorgt für Unruhe beim DFB
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11:50 24.06.2012
Bundestrainer Joachim Löw ist nicht erfreut darüber, dass Interna aus der Nationalmannschaft an die Presse dringen.
Bundestrainer Joachim Löw ist nicht erfreut darüber, dass Interna aus der Nationalmannschaft an die Presse dringen. Quelle: dpa
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Danzig

Wer ist der Maulwurf? Joachim Löw ärgert sich bei der Fußball-Europameisterschaft über ein Leck im innersten Zirkel der Nationalmannschaft, das seine geheimen Titelpläne gefährden könnte. Sein tagelang unter Verschluss gehaltener Überfallcoup gegen Griechenland mit drei neuen Spielern in der Offensive war nach der Bekanntgabe der Aufstellung in der Teamsitzung nur wenige Stunden vor dem Anpfiff der Viertelfinalpartie nach außen gedrungen.

„Das ist nicht in meinem Sinne, wenn das passiert“, sagte Löw nach dem 4:2-Sieg in Danzig und klagte: „Es müssen nicht schon frühzeitig die Karten auf dem Tisch liegen.“ Einige Medien hatten vorab über die Nominierung von Miroslav Klose, Marco Reus und André Schürrle für die Startformation berichtet, was auch den Gegner freute. „Wir hatten so etwas schon erwartet“, sagte Griechenlands Trainer Fernando Santos.

Aufgegangen war Löws Plan dennoch, Klose und Reus gehörten sogar zu den Torschützen. „In den entscheidenden Spielen ist es wichtig, den Gegner zu überraschen. Wenn die Aufstellung fünf, sechs Stunden vor dem Anpfiff rauskommt, ist das schwer. Wir müssen sehen, dass es diese Löcher nicht mehr gibt“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Löw „thematisierte“ die Problematik noch vor dem Anpfiff der Partie am Freitagabend mit der Mannschaft, stellte sich danach aber demonstrativ vor seine 23 Akteure. „Von den Spielern kommt es auf jeden Fall nicht, diese Rückversicherung habe ich. Es sind andere Kanäle, wo es durchsickert“, erklärte Löw. Auch vor anderen Spielen waren Aufstellungsdetails am Spieltag nach außen durchgesickert.

Der Bundestrainer habe deutliche Worte gewählt, berichtete Schürrle. „Klar ist er nicht erfreut darüber. Irgendwo muss da wohl ein Leck sein. Ich denke, in der Mannschaft ist es nicht zu finden.“ Auch Torschütze Reus äußerste sich am Wochenende verblüfft und ratlos: „Ich weiß nicht, wer der Maulwurf ist.“

Löw weiß, dass es viele Möglichkeiten für undichte Stellen im Umfeld einer Mannschaft gibt. „Klar, dass die Spieler mit ihren Beratern, Freunden oder wem auch immer mittags telefonieren, sei es aus Freude, dass sie spielen, sei es aus Enttäuschung“, berichtete der Bundestrainer. Er macht sich nur bedingt Hoffnungen, das Leck vor dem Halbfinale am kommenden Donnerstag aufzuspüren und schließen zu können: „Es ist nicht nachzuvollziehen, wie das passiert ist. Letztendlich wird man das auch nicht herausfinden“, stöhnte Löw. 

dpa

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