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Fußball EM Köpke ist auf alles vorbereitet
Sport Fußball EM Köpke ist auf alles vorbereitet
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19:01 27.06.2012
Von Heiko Rehberg
Zweitsicherste Elfmetervariante: Der Schuss in die Mitte, wie hier von Andrea Pirlo. Quelle: dpa
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Danzig/Warschau

Vor sechs Jahren, beim WM-Halbfinale gegen Italien, fehlte eine Minute bis zum Elfmeterschießen, von dem die meisten Experten und Fans bis heute überzeugt sind, dass es die deutsche Mannschaft gewonnen hätte. Schließlich sind die Deutschen eine Art Weltmeister im Elfmeterschießen und seit der WM 1982 in dieser Spezialdisziplin unbezwungen. Fabio Grosso machte damals aber einen Strich durch die Elfer-Rechnung.

Sollte es heute Abend gegen Italien zu später Stunde in Warschau zum Elfmeterschießen kommen, „dann sind wir vorbereitet“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und erlaubte sich einen kleinen Scherz: „Die Zettelwirtschaft läuft auf Hochtouren.“ Köpke hatte bei der WM 2006 Torwart Jens Lehmann vor dem Viertelfinalelfmeterschießen gegen Argentinien einen Zettel mit den Vorlieben der Schützen in den Schienbeinschoner gesteckt. Darauf will Köpke im Fall der Fälle heute bei Manuel Neuer verzichten. „Wir werden uns etwas anderes einfallen lassen.“ Was genau, wollte der Schweiger aus Kiel nicht verraten, die Informationen sollen jedoch maulwurfgeschützt sein.

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Hilfreich könnten folgende Informationen sein:

  • Philipp Lahm sollte vor einem möglichen Elfmeterschießen die Münzwahl, wer anfangen darf, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Englische Wissenschaftler haben 2820 Elfmeterschießen zwischen 1970 und 2008 untersucht und festgestellt, dass 60 Prozent der Mannschaften verlieren, wenn sie als zweites Team an den Elfmeterpunkt müssen. Der Grund: Der Druck für den zweiten Schützen sei ungleich höher.
  • Am besten nach oben rechts schießen: Dort sind - aus Blickwinkel des Schützen - die Erfolgsaussichten am besten,91 Prozent der dort platzierten Bälle gingen ins Tor. Die zweitsicherste Variante ist etwas überraschend ein Schuss in die Mitte (83 Prozent). Der Italiener Andrea Pirlo muss von diesen Zahlen Kenntnis gehabt haben.
  • Lieber Holger Badstuber als Bastian Schweinsteiger schießen lassen: Laut einer norwegischen Studie versagen vor allem großen Stars oft die Nerven.
  • Lieber Miroslav Klose als Marco Reus: Beim Elfmeterschießen spielt Erfahrung eine Rolle. Die älteren Spieler (Generation 31 plus) treffen zu 82 Prozent, die jüngeren Spieler (18 bis 24 Jahre) zu 79 Prozent. Schlecht für die deutsche Mannschaft: Sie hat viele Spieler mittleren Alters (25 bis 30 Jahre), deren Trefferquote mit 72 Prozent am schlechtesten ist.
  • Lieber mit Gefühl als mit Gewalt: Liverpooler Studenten haben herausgefunden, dass Elfmeter besonders erfolgsreich waren, wenn sie mit weniger als 80 Stundenkilometern geschossen wurden.
  • Immer schön langsam: Eile ist beim Elfmeterschießen nicht gut. Wer es schnell hinter sich bringen will und sich weniger als 1,1 Sekunden Zeit nimmt, trifft nur zu 58,8 Prozent. Bei länger als 2,3 Sekunden Wartezeit bis zum Schuss gehen schon 78,1 Prozent der Elfmeter ins Netz.
  • Zu guter Letzt: Die Trefferwahrscheinlichkeit bei Strafstößen liegt laut Metin Tolan von der Technischen Universität Dortmund bei durchschnittlich 75 Prozent - das gilt allerdings für Deutsche und Italiener gleichermaßen.
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