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Fußball EM Deutschland steht im EM-Halbfinale
Sport Fußball EM Deutschland steht im EM-Halbfinale
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08:55 23.06.2012
Von Heiko Rehberg
Erleichterter Jubel: Deutschland steht im Halbfinale. Quelle: dpa
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Danzig

Am Ende strahlte das Ergebnis eine große Lässigkeit aus. 4:2 gegen Griechenland, das EM-Halbfinale erreicht: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann auch ihr viertes Spiel, nach drei Vorrundensiegen in der Ukraine gab es am Freitag in Danzig einen verdienten Viertelfinalsieg, der allerdings eine Stunde auf wackligen Füßen stand.

38 Minuten rannte die deutsche Mannschaft gegen die „blaue Wand“ an, erspielte sich gute Torchancen und vergab sie zu überhastet, vor seiner Trainerbank hüpfte Joachim Löw auf und ab. Einmal, als Mesut Özil eine aus seiner Sicht besonders gute Möglichkeit ausgelassen hatte (23. Minute), da ruderte der Bundestrainer wild mit den Armen.

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Es war in diesen 38 Minuten die erwartete Partie. Mit gleich drei Überraschungen in der deutschen Startformation – Andre Schürrle, Marco Reus und Miroslav Klose für Lukas Podolski, Thomas Müller und Mario Gomez –, aber vom Verlauf wie tausendmal vorher durchgespielt: einseitig, aber trotzdem eine Geduldsprobe.

Wenn man ein ungutes Gefühl haben musste wegen der vielen Nachlässigkeiten im Umgang mit den Chancen zu Beginn, dann verschwand es in der 39. Minute. Da wiederholte Philipp Lahm einfach ein Kunststück, was ihm vor sechs Jahren schon einmal gelungen war, damals bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Lahm kopierte seinen Treffer von damals am Freitag in Danzig, sein 1:0 war das Tor, auf das alle sehnsüchtig gewartet hatten.

Es war die Pointe der 1. Halbzeit: Löw hatte es gerade in der Offensive kräftig rotieren lassen, weil er glaubte, mit Reus, Schürrle und Klose die richtigen Lösungen zu haben. Doch weil Schürrle zweimal Pech mit guten Schüssen hatte, dem umtriebigen Reus beim Abschluss auf dem aufgeweichten Rasen die Bälle vom Fuß rutschten und Klose bei seinem frühen Tor im Abseits stand (4.), musste halt der Linksverteidiger ran.

Lahm schießt selten Tore, aber wenn, dann sind sie wie sein 1:0 am Freitag sehr sehenswert. Und ein besonderes Gespür für den richtigen Moment hat er auch, wie sich zeigte.

Kurz vor dem Führungstor hatten die Deutschen erste Anzeichen von erster Verzweiflung gezeigt hatten. Die Griechen standen zwar massiv um den eigenen Strafraum rum, aber sie ließen Lücken zu. Der Unmut darüber, diese nicht nutzen zu können, hatte die deutschen Offensivaktionen gerade ein wenig ins Stocken gebracht, als Lahm mit dem Ball am Fuß von links nach innen zog ...

Das Tor hätte eigentlich Sicherheit geben sollen, doch die Mannschaft begann die 2. Halbzeit unkonzentriert und ungeordnet, der Ausgleich der Griechen durch Giorgos Samaras (55.) war die Strafe. Es hätte anschließend alles noch komplizierter werden können, doch zum Glück sorgte Sami Khedira nur fünf Minuten später wieder für die Führung. Sein 2:1 (61.) nach Flanke von Jérôme Boateng öffnete endgültig die Tür in der griechischen Abwehrwand, durch die die deutschen Spieler danach durchspazieren konnten.

Miroslav Klose rechtfertigte Löws Vertrauen mit einem schönen Kopfballtor zum 3:1 (68.), Marco Reus fackelte nicht lange und legte das 4:1 (74.) nach. Eine Viertelstunde vor Schluss gab es keine Zweifel mehr am Erreichen des Halbfinales – die Vorfreude auf Italien oder England durfte beginnen, nicht geschmälert durch das griechische Elfmetertor zum 4:2 (89.) von Dimitris Salpingidis.

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