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12:47 01.07.2019
Wer mit einem überladenen Wohnwagen-Anhänger fährt, riskiert schwere Unfälle. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Zelte, Tische, Stühle, genügend Proviant und die Fahrräder müssen auch dabei sein: Für den Urlaub mit dem Wohnwagen wollen Reisende so viel wie möglich mitnehmen. Doch wahllos alles mögliche in den Wohnwagen reinpacken, ist leider nicht möglich. Denn früher oder später ist die erlaubte Zuladung überschritten – und das ist viel mehr als nur ein Kavaliersdelikt: Von dem teils hohen Bußgeldern in vielen europäischen Ländern abgesehen, kann ein überladener Wohnwagen im Verkehr richtig gefährlich werden.

Welche Konsequenzen drohen bei einer Überladung des Wohnwagens?

„Neben schlechten Fahreigenschaften drohen Bußgelder und Strafen bis hin zur Untersagung der Weiterfahrt“, warnt ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh. Überladene Wohnwagen können den Bremsweg verlängern und die Fahrstabilität einschränken. Eine falsche Beladung kann den Caravan zudem ins Schleudern bringen. Wie das aussieht, zeigt ein Video des ADAC. Im schlimmsten Fall kann das zu schweren Unfällen führen.

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Außerdem ist zu beachten, dass man mit einem Führerschein der Klasse BE ein Fahrzeug von maximal 3.500 Kilogramm und mit der Klasse B96 ein Gespann von maximal 4.250 Kilogramm führen darf. Sprich: „So könnte eine Überladung auch nach sich ziehen, dass man ohne gültigen Führerschein gefahren ist“, betont van Randenborgh. Die Bußgelder für eine Fahrt mit überladenen Wohnwagen liegen in Deutschland bei bis zu 235 Euro. In den vielen europäischen Ländern wie Österreich und Spanien muss man sogar 4000 bis 5000 Euro Strafe zahlen.

Wie viel Wohnwagengepäck ist überhaupt erlaubt?

Die zulässige Zuladung, steht in den Zulassungsbescheinigung Teil 1, schreibt der ADAC in Nordrhein-Westfalen. Dort steht das zulässige Gesamtgewicht unter den Ziffern F1 und F2, bei einem älteren Fahrzeugschein unter der Ziffer 15. Zum zulässigen Gesamtgewicht zählt alles: Das Gepäck, die Fahrräder, alle Passagiere und Tiere. Das bedeutet also auch, dass alles gewogen werden muss. Um einschätzen zu können, mit wie viel Gewicht man den Wohnwagen beladen darf, ist auch das Leergewicht wichtig. Diese Angabe finden Caravan-Besitzer im Feld G im Zulassungsbescheid. Das Leergewicht umfasst zusätzlich zum Gewicht des Fahrzeugs unter anderem ein zu 90 Prozent gefüllter Tank und 75 Kilogramm für den Fahrer.

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Im Fahrzeugschein stehen weitere wichtige Angaben zum erlaubten Gewicht – darunter die Anhängelast Achslast, Stützlast und Dachlast. Zunächst sollte man überhaupt herausfinden, wie viel das Auto überhaupt ziehen darf – also einen Blick auf die Anhängelast in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 werfen. Mit der Achslast ist gemeint, wie viel Gewicht auf der Vorder- und Hinterachse erlaubt ist. Die Stützlast ist die Kraft, die mit Anhänger vertikal auf die Kugel der Anhängerkupplung wirken darf, heißt es beim ADAC. Diese liegt meist bei 75 Kilogramm. Unter der Dachlast versteht sich das maximale Gewicht, dass im Gepäckträger auf dem Dach (falls eines angebracht werden soll) lasten darf.

Wie berechnet man die zulässige Zuladung?

Alle Gewichtsangaben im Fahrzeugschein sollten unbedingt eingehalten werden. Denn: Eine gute Verteilung der Last sorgt für mehr Fahrstabilität und damit für eine sicherere Fahrt. Die zulässige Zuladung wird zusammengefasst laut van Randenborgh so berechnet: Das zulässige Gesamtgewicht minus Leergewicht minus Stützlast.

Auch wenn man schon alle Gepäckstücke gewogen und das Gesamtgewicht berechnet hat, sollte man vorsichtshalber lieber den Wohnwagen wiegen lassen. Das Fahrzeug kann beispielsweise bei einer Mülldeponie auf einer Waage für Fahrzeuge gewogen werden – am besten mit vollgepacktem und vollgetanktem Fahrzeug und allen Passagieren und Haustieren, die mit in den Urlaub fahren. So kann man frühzeitig erkennen, ob das Fahrzeug überladen ist oder nicht. Gerade bei gebrauchten Wohnwagen ist das wichtig: Das im Fahrzeugschein angegebene Leergewicht berücksichtigt keine nachträglich angebauten Teile wie Einstiegstreppen und Solaranlagen. Diese zählen aber natürlich auch als Zuladung.

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Wie belädt man seinen Wohnwagen richtig?

Beim Beladen des Wohnwagens sind zwei Dinge besonders wichtig: Die Last richtig zu verteilen und die Ladung zu sichern. Zudem gilt: „Um ein ruhig laufendes Gespann zu erlangen, sollte die maximale zulässige Stützlast ausgeschöpft werden“, sagt ADAC-Sprecherin van Randenborgh. Dabei sollten aber die Angaben an Fahrzeug und Zugvorrichtung beachtet werden. Grundsätzlich sollten die Gepäckstücke zudem gleichmäßig links und rechts in den Stauräumen verteilt werden. „Schwere Sachen sollten Sie vorne oder zumindest knapp vorderhalb der Achse lagern und gut sichern“, erklärt van Randenborgh. Nur so erzielt man eine optimale Straßenlage und gewährleistet eine optimale Bremswirkung.

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Leichte Teile wie Klamotten kommen möglichst in die Schränke. Lose Gegenstände wie Dosen verstaut man am besten in verschließbare Kisten, damit sie nicht beim Bremsen umherfliegen und andere verletzen können. Campingmöbel sollten in den Außenstauräumen gelagert werden, da sie sperrig sind. Fahrräder sollten am besten auf die Deichsel und nicht ans Heck montiert werden, empfiehlt van Randenborgh. In den oberen Küchenschränken kann das Geschirr untergebracht werden, welches möglichst unzerbrechlich sein sollte (zum Beispiel Melamin-Geschirr). Für Passagiere gilt: Während der Fahrt sollte niemand im Wohnwagen mitfahren. Hunde und andere Haustiere gehören in eine Transportbox, damit sie vor Gefahren wie umherfliegenden Gepäckstücken, die nicht richtig gesichert wurden, geschützt sind.

Wohnwagen überladen: Wie kann man Gewicht sparen?

Zu viel Gepäck? Um das Gewicht zu reduzieren, muss man nicht unbedingt etliche Gepäckstücke zu Hause lassen. Gerade wenn das zulässige Gesamtgewicht nur knapp überschritten wurde, helfen einige Tipps:

• Den Wassertank sollten Caravan-Besitzer am besten erst am Zielort ganz befüllen und vor der Fahrt leeren. Das spart viel Gewicht!

• Dosenkonserven können durch leichtere Tütengerichte, Stahlflaschen durch Alu-Glasflaschen ersetzt werden

Bei Wohnwagen hat man die Möglichkeit, Gepäck ins Auto umzuladen – sofern noch Platz ist und es sicher verstaut werden kann

Ist das Gesamtgewicht immer noch zu hoch, müssen wohl oder übel einige Sachen raus aus dem Wohnwagen. Eine Packliste kann dabei helfen, den Überblick zu bewahren und wichtiges von weniger wichtigem Gepäck zu unterscheiden.

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Von RND/bk

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