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05:01 25.06.2019
Immer mehr Online-Angebote versprechen Hilfe bei psychischen Erkrankungen. Quelle: dpa/Julian Stratenschulte
Hannover

Sie zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, doch viele wissen nicht, was sie dagegen tun können: die Depression. Das Leiden an sich ist schon entmutigend genug und dann kommt auch noch hinzu, dass die Wartelisten bei Psychotherapeuten oft lang sind. Daher bieten nun immer mehr Plattformen ein digitales Angebot an, um die psychischen Probleme behandeln zu lassen. Doch kann das wirklich funktionieren? Die Stiftung Warentest hat acht Online-Programme für das Einsatzgebiet Depressionen getestet.

Vier Programme von Stiftung Warentest als gut empfunden

Das beste Urteil, dass die Stiftung Warentest vergeben hat, lautet „empfehlenswert“ – dieses erhielten immerhin vier der acht Anbieter. Dazu gehört unter anderem das Programm Deprexis 24, das zum Testsieger gekürt wurde. Drei weitere Angebote konnten mit „eingeschränkt empfehlenswert“ beurteilt werden. Ein weiterer konnte nicht bewertet werden, weil die Stiftung keine Zugänge von dem Anbieter erhielt.

Die Programme, die die gute Beurteilung erhielten, überzeugten vor allem durch Studien. Dieser belegten, dass es ihren Anwendern psychisch besser geht, als Personen, die ähnlich schwere depressive Symptome aufzeigen, aber kein Online-Programm verwenden oder in ärztlicher Behandlung sind. Deprexis 24 arbeite in der Regel zwar unbegleitet, also ohne persönlichen Kontakt, punkte aber mit einer sehr niedrigschwelligen Anmeldung, begründeten die Tester. Nutzer könnten sich gratis, unter einem Pseudonym und ohne die Angabe einer E-Mailadresse anmelden. Das mache es Patienten deutlich leichter.

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Übungen, Audiodateien und „Gedanken für den Tag“

Der Testsieger überzeugte laut Stiftung Warentest neben den Studien mit positiven Inhalten. So findet über Auswahlmöglichkeiten beispielsweise ein Dialog mit den Nutzern statt. Zusätzlich könnten sich die Anwender Übungen, Audiodateien oder „Gedanken für den Tag“ per Mail schicken lassen. Ein Nachteil sei jedoch, dass bei der Verwendung der Android-App die Identifikationsnummer des Gerätes an den Betreiber des Programms übermittelt werde, schreibt die Stiftung. Dieses sei jedoch auch bei vielen weiteren Angeboten der Fall.

Sicherheitslücken beim Test-Verlierer

Zwar biete auch der Verlierer des Test, Selfapy, durch Zeichnungen, Videos, Übungen und einem Nutzerforum gute Inhalte, dennoch wurde es von der Stiftung Warentest nur mit „eingeschränkt empfehlenswert“ beurteilt. Einerseits seien Studien zu der Wirksamkeit noch nicht vorhanden, andererseits fordere der Browser zu einfache Passwörter an, die leicht zu knacken seien. Hier sehen die Tester eine Sicherheitslücke.

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Digitale Programme als Ergänzung empfohlen

Die Stiftung Warentest empfiehlt Betroffenen, auf die besten vier Programme als eine Selbsthilfe zur Ergänzung neben einer regulären Therapie zurückzugreifen oder wenn eine Vor-Ort-Behandlung nicht möglich oder gewünscht ist. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die meisten Programme für schwere Depressionen nicht gedacht sind. Durch die Besonderheiten der einzelnen Angebote kann es sich laut Stiftung Warentest aber auch lohnen, ein zweites Programm auszuprobieren.

Wie erkenne ich seriöse Programme?

Das Angebot von Online-Programmen zur Behandlung von psychischen Problemen wächst, doch auch unter ihnen muss mit schwarzen Schafen gerechnet werden. Die Stiftung Warentest gibt daher Tipps, wie Nutzer erkennen können, ob es sich um ein seriöses Programm handelt. So sollte das Einsatzgebiet des Angebotes konkret sein sowie transparente Informationen über den Betreiber und die Finanzierung enthalten.

Weiterhin könne der Einsatz von anerkannten Verfahren und eine genaue Beschreibung, was Nutzer in dem Angebot erwartet, auf ein seriöses Angebot hinweisen. Auch die Angabe von klinischen Studien sowie die Kosten für Selbstzahler könnten darauf hindeuten, dass es sich nicht um ein schwarzes Schaf unter den Programmen handelt. Nutzer sollten zudem ein Auge auf eine transparente Datenschutzerklärung werfen sowie – bei persönlichem Kontakt – auf die Qualifikation von Therapeuten achten.

Von RND/isa

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