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22:03 15.01.2013
2010 stareb rund 55.500 Menschen an einem Herzinfarkt. Quelle: dpa

„Der seit Jahren rückläufige Trend setzt sich fort“, sagte Prof. Thomas Meinertz, Vorstand der Herzstiftung. Grund dafür sind bessere Versorgung und neue Therapiemethoden. Starben 1980 bundesweit noch fast 93 000 Menschen an einem Infarkt, waren es 2010 nur noch gut 55 500. Hamburg zählte zuletzt nur 53 tödliche Herzinfarkte pro 100 000 Einwohner, auch Berlin (56), Schleswig-Holstein und Hessen (je 57) schnitten gut ab. Schlechter sah es in Sachsen-Anhalt (111), Sachsen (96) und Brandenburg (101) aus. „Die Versorgung für Patienten mit Herzerkrankungen ist in den verschiedenen Regionen nicht gleich gut“, kritisierte Meinertz. Die Ursachen dafür sind jedoch unklar - weitere Anfahrtswege, ein weniger effektives Notarztsystem, aber auch Wissenslücken zu möglichen Warnsymptomen könnten Gründe sein. Ab kommendem Jahr soll eine detailliertere, neu konzipierte Datenbasis für den Herzbericht auch dazu mehr Aufschlüsse geben, hoffen die Initiatoren.

Insgesamt gibt es mehr registrierte Fälle von Herzklappenkrankheiten, Rhythmusstörungen und Herzschwächen. Ihr Anteil an den ausgestellten Totenscheinen zu Herzkrankheiten steigt ebenfalls. „Auch hier gilt: Neue Therapien bringen auch neue Diagnosen. Wo früher vielleicht allgemein Herzerkrankung im Totenschein stand, steht nun Herzrhythmusstörung“, erläuterte Prof. Eckart Fleck, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. Generell würden immer mehr ältere Menschen von den medizinischen Fortschritten profitieren - etwa auch durch schonendere, gering invasive Methoden.

2011 wurden in Deutschland fast 15 000 Herzschrittmacher eingesetzt (1995: 6629). Die Zahl der Herz-Operationen blieb bei insgesamt rund 100 000 stabil, berichten die Herzchirurgen: „53 Prozent der Patienten sind älter als 70 Jahre“, sagte Prof. Jochen Cremer (Deutsche Gesellschaft für Herzchirurgie). Nachdem viele Jahre lang vor allem Stents implantiert worden seien, stieg 2011 erstmals die Zahl der Bypass-OPs wieder auf rund 55 000 an. „Vor allem bei komplizierteren Verengungen hat sich dieses Verfahren in Studien als die bessere Wahl erwiesen.“

Kleine Patienten mit angeborenen Herzfehlern müssen nun teilweise längere Wege in Kauf nehmen, denn die Zahl der Standorte für Kinderherzchirurgie verringerte sich auf 28. „Aber wir begrüßen diese Konzentration, denn das bedeutet auch erhöhte Routine und Ablaufsicherheit“, sagte Prof. Achim Schmaltz (Deutsche Gesellschaft für Kinderkardiologie).

dpa

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