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Wissen Weg mit dem Elterntaxi: Trauen Sie Ihren Kindern etwas zu!
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14:00 15.01.2020
Zu Fuß statt mit dem Auto: Schon gegen Ende des letzten Kindergartenjahres sollten Eltern beginnen, den Schulweg mit ihren Kindern zu üben, damit sie später sicher allein zur Schule gehen können. Quelle: dpa

Er hatte etwas unglaublich Entlastendes, dieser eine letzte Satz, den der schon nicht mehr ganz junge Schulleiter meines Sohnes uns am Ende seiner Einschulungsrede mit auf den Weg gab. Letztlich ist es auch der einzige Satz, der mir nach vielen Jahren von diesem bedeutungsschweren Tag noch in Erinnerung geblieben ist – denn er richtete sich unmittelbar an uns Eltern, die wir allesamt mit unseren nicht minder aufgeregten Kindern die kleinen Turnbänke in der Schulaula drückten: „Trauen Sie Ihren Kindern etwas zu!“, sagte jener äußerst sympathische Herr Schulz mit einem vielsagenden Blick in die Runde.

Zuvor hatte der Pädagoge auf viele Jahre Erstklässler-Erfahrung zurückgeblickt und auf eben jene Szenen, die sich Tag für Tag vor seiner Schultür seit geraumer Zeit abspielten, und die er mit wachsender Sorge beobachtete. Weinende Kinder und Eltern, die nicht voneinander lassen können und ihren Kindern den Schulranzen noch bis in den Klassenraum hinterhertragen. Hupkonzerte angesichts einer Vielzahl parkender Autos, die nicht nur die ohnehin schon sehr enge Seitenstraße, sondern auch gleich den Weg zur Schule mit versperrten. Etliche Diskussionen an der Schultür, über den Sinn und vor allem Unsinn von Elterntaxis und mit Eltern, die sich einfach stumpf über die unübersehbare Aufforderung „Ab hier geh ich alleine“ an der Schultür hinwegsetzen.

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Kein Bedürfnis nach Kontrolle – ist das normal?

Über Helikopter- und Rasenmäher-Eltern, die von ihren Kindern unermüdlich – und sicher in bester Absicht – das Unheil dieser Welt fernhalten wollen, wurde bereits viel gesagt und geschrieben. Da kommt man als recht unbedarfte Mutter nicht umhin, sich zu fragen, ob möglicherweise etwas mit einem nicht stimmt, wenn man diesen Drang nach permanenter Überwachung und Kontrolle nicht verspürt. Als Kind vom Dorf, das seinen Schulweg jahrelang – unabhängig von Jahreszeit oder Wetterlage – zu Fuß zurückgelegt hat, hat sich mir die Frage nach einer Schulwegbegleitung meiner Kinder nie gestellt. Und das, obwohl sich unser Lebensmittelpunkt zwischenzeitlich vom heimeligen Dorf in die quirlige Großstadt verlagert hatte.

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Ich muss gestehen, schon die zahlreichen, hoch emotional geführten, Diskussionen mit anderen Müttern im Vorfeld der Einschulung unserer Kinder hatten mich zunehmend irritiert: Weder hatte ich die stark befahrene Hauptstraße, noch die vermeintlich dunklen Ecken auf dem Schulweg als potenzielle Gefahr ausgemacht, die ein gut vorbereiteter Erstklässler nicht würde bewältigen können. Da dürfte es auch wenig überraschen, dass mein Sohn, damals als Augustkind übrigens der Jüngste in seiner Klasse, ebenso selbstbewusst schon Wochen vor seiner Einschulung verkündete: „Ich will allein zur Schule gehen.“ Damals war der kleine Kerl immerhin schon stolzer Besitzer eines Fußgänger-Führerscheins, der ihn dazu befähigte, Wege in der Öffentlichkeit selbstständig zurückzulegen – den emsigen Erzieherinnen in seiner Kita sei Dank!

Selbstbewusste Eltern, selbstbewusste Kinder

Immerhin: Eine rare Spezies ist mein Sohn, und mit meiner Tochter verhielt es sich Jahre später übrigens genauso, laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2018 nicht. Demnach gehen 43 Prozent der Grundschüler zu Fuß zur Schule, nur 20 Prozent der Kinder, auch wenn der Eindruck vor den Grundschulen anderes vermuten lässt, werden von ihren Eltern mit dem Auto gefahren – sei es aus Zeitnot, Bequemlichkeit oder eben Überfürsorge. Wobei gerade Letzteres trügerisch ist. Denn tatsächlich ist es laut einer Studie des ADAC in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität in Wuppertal gefährlicher, sein Kind mit dem Auto zur Schule zu fahren, als es zu Fuß laufen zu lassen. Das belegt auch die Unfallstatistik. Die meisten Unfälle passieren mit dem Auto, das nicht nur für die eigenen Kinder, sondern, unachtsam vor der Schule haltend, auch für andere Kinder eine Gefahr darstellt.

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Die vom ADAC geforderten Elterntaxi-Haltestellen in sicherer Entfernung der Schule – mindestens aber 250 Meter – sind sicher ein guter Ansatz für jene, die wirklich gar nicht anders können, etwa weil der Schulweg schlicht zu weit für die Kinder ist. Allen anderen sei Schulleiter Schulz' Aufforderung noch einmal ans Herz gelegt: „Trauen Sie Ihren Kindern etwas zu!“ Es lohnt sich meiner Erfahrung nach – in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass selbstbewusste Eltern auch selbstbewusste Kinder haben. Studien belegen zudem, dass der Schulweg zu Fuß allerlei positive Effekte auf die kindliche Entwicklung hat: Dazu zählen eine höhere Konzentrationsfähigkeit im Unterricht, eine gesteigerte körperliche Fitness, der Abbau von Übergewicht sowie – bei gemeinsamer Bewältigung des Schulwegs mit anderen Kindern – die Verbesserung des Sozialverhaltens. Sie gehören noch zu jenen, die skeptisch sind? Worauf warten Sie noch? Nur Mut, trauen Sie sich etwas zu!

Von Carolin Burchardt/RND

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