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Wissen Triage: Wenn Ärzte Entscheidungen über Leben und Tod treffen
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07:00 26.03.2020
Seit dem 20. März gibt es nur noch zwei Zugänge zum Klinikgelände in Magdeburg. Dort wurden sogenannte Prä-Triage-Punkte eingerichtet, an denen eintreffende Personen befragt und weitergeleitet werden. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra
Berlin

In der aktuellen Corona-Pandemie könnten Ressourcen in Krankenhäusern in Deutschland knapp werden – etwa Beatmungsgeräte. Dann müssten die Ressourcen an Patienten verteilt werden. Solch ein Verteilungssystem nach festgelegten Kriterien nennt man Triage. Das Wort stammt vom französischen Verb “trier”, was sortieren oder aussuchen bedeutet.

Das System kommt aus der Militärmedizin. Ende des 18. Jahrhunderts fanden sich im “Königlich-Preußischen Feldlazareth-Reglement” erste Angaben, wie Verwundete nach Schweregraden eingeteilt werden sollten. Unter Napoleon I. entwickelte der Militärchirurg Dominique Jean Larrey “fliegende Lazarette”: Die Verwundeten wurden auf dem Schlachtfeld nach der Schwere ihrer Verletzungen sortiert und, wenn nötig, vor Ort behandelt. Der Begriff Triage wurde noch nicht verwendet, er setzte sich erst später durch.

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Einteilung hängt nicht nur vom Alter ab

In Deutschland werden Triage-Instrumente in Notaufnahmen angewandt. Beim Manchester-Triage-System etwa wird der Patient nach den Kategorien Lebensgefahr, Bewusstsein, Blutverlust, Schmerzen, Temperatur und Krankheitsdauer einer von fünf Dringlichkeitsstufen zugewiesen. Allerdings geht man im Krankenhausalltag gewöhnlich davon aus, dass alle Patienten bestmöglich behandelt werden können.

Das könnte sich in Deutschland ändern – wie bereits in Italien und Spanien. “Für diesen Fall muss es allgemein gültige, transparente Kriterien für die Triage geben”, sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Er betont, dass es bei der Einteilung keinesfalls nur auf das Alter ankomme.

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Ärzteschreiben: Bald stehen nicht mehr ausreichend Ressourcen bereit

Wegen der Corona-Krise wird es nach Einschätzung von Ärzten wahrscheinlich in Deutschland bald an Betten zur intensiven Betreuung von Schwerkranken fehlen. In einem Schreiben von sieben medizinischen Fachgesellschaften heißt es nach Informationen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Donnerstag), trotz Erhöhung der Kapazitäten stünden wahrscheinlich in kurzer Zeit “nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen” zur Verfügung. Die Ärzte müssten dann Entscheidungen über Leben und Tod treffen.

Dazu gibt es der Zeitung zufolge auch einen Katalog mit Handlungsempfehlungen. Entscheidend müssten medizinischer Befund und Wille des Patienten sein. Weiter heißt es: “Wenn nicht mehr alle kritisch erkrankten Patienten auf die Intensivstation aufgenommen werden können, muss analog der Triage in der Katastrophenmedizin über die Verteilung der begrenzt verfügbaren Ressourcen entschieden werden.” Eine Auswahl, wer akut oder intensiv behandelt werde und wer nicht, sei “unausweichlich”.

Psychiater: Entscheidungen sind “belastend”

Eine solche Entscheidung sei für jene Menschen, die sie treffen müssten, immer belastend, sagt Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. “Wir reden von Bildern, die sich massiv einprägen: der Mensch, den man unbehandelt lässt, gegenüber dem, den man rettet.” Deshalb sollte immer im Team entschieden werden – und “getrennt von den Personen, die die Konsequenzen der Entscheidung umsetzen”.

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RND/dpa

Der Artikel "Triage: Wenn Ärzte Entscheidungen über Leben und Tod treffen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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