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16:45 23.06.2019
Das Röntgenbild zeigt eine deutliche Wölbung am Hinterkopf. Quelle: Nature.com
Sippy Downs

Smartphones und iPads sind vor allem für jüngere Menschen ständige Begleiter. Zu Hause auf dem Bett sitzend, im Bus oder am Schreibtisch – zu oft ist der Kopf leicht nach unten geneigt, der Blick fest auf den winzigen Bildschirm fokussiert. Letzteres – dies wissen wir bereits – kann Myopie, zu Deutsch: Kurzsichtigkeit, auslösen und ist inzwischen vor allem in Asien weit verbreitet unter Kindern und Jugendlichen.

Die Sitzhaltung, die viele aufgrund des ständigen Gebrauchs von solchen Geräten einnehmen, beeinflusst – so glauben australische Mediziner – inzwischen aber auch unser Skelett. So entdeckten Forscher der Universität der Sunshine Coast bei der Untersuchung von 218 Röntgenaufnahmen von Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, dass 41 Prozent einen zehn bis 30 Millimeter großen, knöchernen Fortsatz am Hinterkopf entwickelt hatten. Die Studie dazu veröffentlichten die Forscher – David Shahar und Mark Sayers – bereits 2016 im Fachmagazin „Journal of Anatomy“.

Vergleich mit Hornhaut, die sich bei Druck und Abrieb bildet

2018 folgte eine weitere Untersuchung, von der im Fachmagazin „Nature“ berichtet wurde. Beide Studien erhielten jedoch erst jetzt verstärkte Aufmerksamkeit, nachdem die BBC in der Dokumentation „How modern life is transforming the human skeleton“ („Wie das moderne Leben das menschliche Skelett verändert“) über die Ergebnisse berichtet hatte. „Wenn man den Kopf nach vorne verlagert, wird das Gewicht des Kopfes von den Knochen der Wirbelsäule auf die Muskeln im Nacken und am Kopf übertragen“, erklärte Shahar. Dies wiederum verursacht ein Knochenwachstum in den Verbindungssehnen und Bändern. Diese Gewichtsübertragung, die das Knochenwachstum auslöst, könnte damit verglichen werden, wie die Haut als Reaktion auf Druck oder Abrieb eine Hornhaut bildet. Das Ergebnis am Kopf ist ein hornartiger Fortsatz, der direkt über dem Hals aus dem Schädel herausragt.

Shahar, der zum Zeitpunkt der Studie an der australischen Universität promovierte, sagte, dass die „hornartigen“ Knochenwucherungen früher nur bei älteren Patienten beobachtet wurden. Sie lassen sich im Normalfall auf eine langjährige Belastung des Skeletts zurückführen. Doch nun treten die Wucherungen immer häufiger bei jüngeren Menschen auf. „Die Ergebnisse waren überraschend, da es in der Regel Jahre dauert, bis sie sich entwickeln“, sagte Shahar. Normalerweise würden diese „Knochensporen“ nur wenige Millimeter messen, doch die Forscher hätten Beispiele zwischen zehn und 30 Millimetern gefunden. Weitere Tests, einschließlich MRT-Scans und Blutuntersuchungen, schlossen die Möglichkeit aus, dass das Wachstum auf genetische Faktoren oder Entzündungen zurückzuführen war.

Warnung, wie Haltung Knochen- und Gelenkschäden hervorrufen kann

Laut des australischen Forschers sind die Ergebnisse eine Warnung, wie früh und weitgehend unbemerkt Knochen- und Gelenkschäden aufgrund einer schlechten Körperhaltung auftreten können. Shahar und Sayers arbeiten seit der Studie an Forschungsprojekten, um den Trend vor allem bei Schulkindern zu stoppen. Der Fortsatz sei ein „Zeichen für eine dauerhaft schlechte Haltung“, die korrigiert werden müsse, wie sie sagen. Denn auf lange Sicht kann eine schlechte Haltung Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen auslösen.

Eine bewusstere Haltung gepaart mit speziell geformten Kissen oder Übungen, bei denen die obere Brust angehoben wird, sind die Empfehlungen der Forscher. Wie die Menschen in den 70er-Jahren Zahnhygiene plötzlich deutlich ernster genommen haben, so sollte nach Meinung der Forscher nun verstärkt auf eine gute Haltung geachtet werden.

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Von Barbara Barkhausen/RND

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