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Mehr Welt Wissen Vogelstimmen erkennen: Welche Art singt wann?
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11:57 22.03.2019
Der Kuckuck ist bereits 50 Minuten vor Sonnenaufgang wach. Seinen Namen verdankt er seinem „gu-kuh“-Gesang. Quelle: P. Zeininger/Nabu/dpa
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Hannover

Besonders im Frühjahr werden Frühaufsteher oft mit fröhlichem Vogelgezwitscher wach. Denn viele heimische Brutvögel sind nun in ihre Gebiete zurückgekehrt. Hinter dem Gesang der Vögel steckt allerdings mehr System, als man zunächst vermuten würde: Die Gesangsaktivität der Piepmatze ist je nach Art zu unterschiedlichen Uhrzeiten am höchsten. Mit den richtigen Hilfsmitteln kann man das Zwitschern erkennen und der passenden Vogelart zuordnen.

Warum singen Vögel?

Der Gesang ist für Vögel mehr als nur ein fröhlicher Klang: „Sie locken damit Weibchen an und stecken ihr Revier ab“, sagt Vogelexperte Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Deshalb singen nur erwachsene Vogelmännchen. Die gefiederten Freunde haben in der Brutzeit oft ziemlich eng begrenzte Reviere, die sie vor Artgenossen schützen müssen. Denn ihr Terrain muss Nahrung und Schutz bieten, damit sie ihr Nest bauen können.

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Dort brüten die Vögel Eier aus und ziehen die Jungen groß. Mit dem Gezwitscher signalisieren sie männlichen Konkurrenten, dass es ihr Reich ist. Gleichzeitig macht der Vogelgesang das Männchen attraktiv für Weibchen. Aber auch wenn das Weibchen brütet, hat das Zwitschern eine Aufgabe: Es soll zeigen, dass das Männchen zur Stelle ist und aufpasst.

Wann singt welcher Vogel?

Vögel singen normalerweise zur Brutzeit. Wann diese Zeit gekommen ist, hängt von der Vogelart ab. „Im Mai sind die meisten Vögel zu hören, denn dann sind auch die vielen Zugvögel wieder zurück“, sagt Lachmann. Am Ende der Brutzeit im Sommer lässt der Vogelgesang schließlich nach. Nur manche Arten zwitschern im Herbst, was auch als „Herbstgesang“ bezeichnet wird.

In der Brutzeit ist der Sonnenaufgang ausschlaggebend für den Zeitpunkt, an denen Vögel zwitschern. Fast alle Vogelarten beginnen vor Sonnenaufgang zu singen, erklärt der Nabu. Die ersten sogar, wenn es noch dunkel ist. Der Gartenrotschwanz beginnt laut der Vogeluhr des Nabu bereits rund 80 Minuten vor Sonnenaufgang zu singen. Der Buchfink ist hingegen kein Frühaufsteher und legt erst etwa zehn Minuten vor Sonnenaufgang mit dem Gezwitscher los.

Hier geht’s zur Nabu-Vogeluhr

Wie erkennt man Vögel am Gesang?

Während sich Generationen zuvor mit CDs Vogelstimmen angehört haben, kann man heutzutage den Gesang viel einfacher erkennen: Im Internet und auf dem Smartphones gibt es viele Vogelverzeichnisse, mit denen man sich das Gezwitscher verschiedener Arten anhören kann. Bei der Nabu-Vogeluhr kann beispielsweise der Gesang des Stieglitz oder der Amsel abgespielt werden.

Auf Android-Geräten können Nutzer sich mit „Die Vogel App!“ kostenlos die Stimmen von etwa 230 Vogelarten anhören. Der Nabu hat ebenfalls eine App: Die Nabu Vogelwelt. Android-, iPhone- und Windows Phone-Nutzer können hier Vögel an ihrem Gesang erkennen. Die Vogelverzeichnis-App ist kostenlos, jedoch kosten die Vogelstimmen etwa 3,99 Euro.

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Um die Stimmen zu erlernen, muss sich in die Natur begeben: Zur Übung eignen sich am Anfang Arten wie der Zilpzalp, da sein Gezwitscher recht leicht zu erkennen ist. Wer im Freien mithilfe von Apps den passenden Vogel zum Gesang ausfindig machen will, sollte unbedingt aufpassen: Die Gesänge dürfen nur besonders leise abgespielt werden, da die Vögel sonst gestört und irritiert werden können. Laut Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen.

Von RND/bk

Der Artikel "Vogelstimmen erkennen: Welche Art singt wann?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.