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Wissen Umfassendes Rauchverbot in Gaststätten in Türkei in Kraft getreten
Mehr Welt Wissen Umfassendes Rauchverbot in Gaststätten in Türkei in Kraft getreten
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17:58 19.07.2009
Die türkische Regierung hat Ernst gemacht im Kampf gegen den blauen Dunst Quelle: Symbolfoto: Tim Schaarschmidt
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Damit ist das Rauchen von Zigaretten, aber auch von Wasserpfeifen und anderen Tabakwaren in Teehäusern, Cafés, Bars, Restaurants und Nachtclubs verboten. Das Verbot trat in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht in Kraft, Barbesitzer räumten die Aschenbecher von den Tischen, Gäste traten zum Rauchen vor die Tür.

Bei Verstößen drohen Geldstrafen von umgerechnet rund 30 Euro für Raucher. Gaststättenbetreiber müssen bei einem ersten Verstoß etwa 260 Euro Strafe zahlen, ignorieren sie das Verbot wiederholt, drohen ihnen bis zu 2500 Euro Strafe. 5000 Kontrolleure sollen dem Gesetz Nachdruck verschaffen. Dass dies auch in den traditionellen Kaffeehäusern in ländlichen Gegenden gelingt, halten viele allerdings für unwahrscheinlich.

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Gegen das neue Gesetz hatten vorab Gaststättenbetreiber mobil gemacht, sie fürchten ein Ausbleiben der Kundschaft. Gesundheitsminister Recep Akdag hatte vergangene Woche versucht, die Bedenken zu zerstreuen: Es gebe für die Bar- und Restaurantbesitzer keinen Grund zur Sorge. Nur die Tabakindustrie werde unter dem neuen Gesetz zu leiden haben. Einer Umfrage zufolge wird das Verbot von 95 Prozent der Türken unterstützt.

Die in vielen europäischen Ländern übliche Redewendung „Rauchen wie ein Türke“ gehöre damit der Vergangenheit an, schrieb die liberale Tageszeitung „Radikal“ auf ihrer Titelseite. Das Rauchverbot komme einer „Revolution“ gleich. Offiziellen Statistiken zufolge raucht in der Türkei beinahe jeder dritte Erwachsene, bei den Männern ist es beinahe jeder zweite. Bereits im vergangenen Jahr war in der Türkei das Rauchen am Arbeitsplatz und in Behörden verboten worden, die Zahl der Raucher ging daraufhin laut Gesundheitsministerium um sieben Prozent zurück.
AFP