Tropenholz aus Raubbau: Viele Grillkohlen fallen im Test durch
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05:00 21.05.2019
Kaum lässt die Sonne sich blicken, werden überall die Grills angeworfen. Stiftung Warentest hat Grillkohle analysiert, um zu testen, was wir da wirklich verbrennen. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Hannover

Die Temperaturen werden milder, die Gartenmöbel stehen draußen – schnell gesellt sich auch der Appetit auf ein knuspriges Würstchen dazu. Die Gedanken, die uns beschäftigen, kreisen um Nackensteaks, Bauchspeck und Nudel- oder Kartoffelsalat. Seltener schleicht sich eine andere Frage ein: Woher kommen eigentlich das Holz für Grillkohle und Briketts?

Auf deutschen Grills: Holzkohle aus Raubbau

Die Stiftung Warentest hat sich mit dieser Thematik beschäftigt und 17 Grillkohlen analysieren lassen. Mit einem beunruhigenden Ergebnis: Einige Grillkohlehersteller verkaufen Tropenholz, ohne es anzugeben, begünstigen damit Raubbau in Afrika und Südamerika oder betrügen den Verbraucher gar mit falschen Angaben.

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Grillkohle: Betrug am Verbraucher

Von den getesteten Grillkohlen war auf mehr als der Hälfte der Fabrikate weder zu lesen, woher das Holz stammt, noch welches Holz genau verwendet wurde. Der größte Betrug am Verbraucher stammt von Max Grill & Barbecue: trotz eines Siegels, welches bestätigen soll, dass nur nachhaltig angebautes Holz aus heimischen Wäldern genutzt wird, besteht diese Grillkohle zu 100 Prozent aus Tropenholz.

Vertretbarer Lieferant für Holzkohle: Namibia

Nur eine Grillkohle hat besonders positiv hervorgestochen: die Flammenco Grill-Holzkohle. Das Holz für diese Grillkohle stammt – wie korrekt auf der Verpackung angegeben – aus Namibia. Die Kohle wird dort aus Büschen hergestellt, die sehr verbreitet sind und die biologische Vielfalt angreifen.

Eine getestete Grillkohle, die ein geringes Raubbau-Risiko hat, ist die Favorit Buchen Grillkohle. Die Hölzer wurden laut Anbieter in Deutschland verkohlt und weisen keine Tropenhölzer auf.

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Stiftung Warentest empfiehlt Gasgrills

Da es in Europa zu wenig Transparenz für den Markt von Holzkohle und Briketts gibt und Grauzonen in den Gesetzen der europäischen Handelsverordnung genutzt werden, empfiehlt die Stiftung Warentest das Grillen mit Gas.

Briketts: Aus Deutschland und ohne Umweltschädigung

Wer der Umwelt nicht schaden, auf Briketts aber nicht verzichten möchte, für den gibt es eine Alternative: Olivenkernbriketts. Diese werden nachhaltig aus Abfällen der Olivenölpressung, Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten produziert, teilt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit. Außerdem brennen die Briketts länger als gewöhnliche Holzkohle und haben eine geringere Rauchentwickelung. Die Briketts sind im Baumarkt erhältlich.

Von RND/hb

Der Artikel "Tropenholz aus Raubbau: Viele Grillkohlen fallen im Test durch" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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