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Wissen Studie: Pandemien breiten sich zuerst unter Reichen aus
Mehr Welt Wissen Studie: Pandemien breiten sich zuerst unter Reichen aus
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07:44 08.10.2021
Patienten, die an der Spanischen Grippe erkrankt sind, liegen in Betten eines Notfallkrankenhauses in der Militärbasis Fort Riley in Kansas (USA) (Aufnahme von 1918). Die Spanische Grippe entwickelte sich ab 1918 in drei Wellen bis 1920 zur schlimmsten Grippe-Pandemie der Geschichte mit 27 bis 50 Millionen, manchen Quellen zufolge sogar bis zu 100 Millionen Toten.
Patienten, die an der Spanischen Grippe erkrankt sind, liegen in Betten eines Notfallkrankenhauses in der Militärbasis Fort Riley in Kansas (USA) (Aufnahme von 1918). Die Spanische Grippe entwickelte sich ab 1918 in drei Wellen bis 1920 zur schlimmsten Grippe-Pandemie der Geschichte mit 27 bis 50 Millionen, manchen Quellen zufolge sogar bis zu 100 Millionen Toten. Quelle: National Museum of Health and Medicine
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Mannheim

Zuerst die Geschäftsfrauen, dann die Kioskverkäufer: Forschende haben mit internationalen Daten die Wege des Corona-Virus und der Spanischen Grippe nachgezeichnet. Demnach zeigen beide Pandemien einen ähnlichen Verlauf. Die Erkenntnisse sollten helfen, zukünftige Pandemien in den Griff zu bekommen, teilten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Mannheim mit.

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten für eine erste Studie Covid-19-Infektionszahlen aus rund 400 deutschen, 300 englischen und 3.000 US-amerikanischen Regionen im Zeitverlauf. Für eine zweite Studie habe das Forschungsteam historische Daten zu rund 6.700 Todesfällen von US-Bürgern während der Spanischen Grippe von 1918 bis 1919 untersucht, heißt es in der Mitteilung. Dabei zeige sich bei allen Regionen und beiden Krankheiten, dass zunächst wohlhabende Gebiete betroffen waren.

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Reiche seien vernetzter und mobiler

Als Ursache sehen die Forscherinnen und Forscher, „dass wohlhabendere Personen oft diverser vernetzt und grundsätzlich mobiler sind“. Menschen mit hohen Einkommen seien tendenziell öfter auf Geschäftsreise oder im Urlaub.

Erst später hätten sich die Viren in ärmeren Gegenden ausgebreitet – dann aber umso heftiger. Für zukünftige Pandemien empfehlen die Forschenden, insbesondere in der Frühphase, das Infektionsgeschehen in reichen Wohngegenden zu verfolgen und mit gezielten Maßnahmen gegenzusteuern.

RND/epd

Der Artikel "Studie: Pandemien breiten sich zuerst unter Reichen aus" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.