Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Studie: Die meisten Flüsse weltweit trocknen zeitweise aus
Mehr Welt Wissen Studie: Die meisten Flüsse weltweit trocknen zeitweise aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 17.06.2021
Niedrigwasser im Rhein in der Nähe von Bingen, Rheinland Pfalz. 51 bis 61 Prozent der Flüsse weltweit trocknen mindestens einen Tag im Jahr aus.
Niedrigwasser im Rhein in der Nähe von Bingen, Rheinland Pfalz. 51 bis 61 Prozent der Flüsse weltweit trocknen mindestens einen Tag im Jahr aus. Quelle: imago/Ralph Peters
Anzeige
Montreal/Frankfurt

Die meisten Flüsse weltweit führen nicht das ganze Jahr über Wasser: Eine im Fachjournal „Nature“ veröffentlichte Studie zeigt, dass 51 bis 60 Prozent aller Flüsse an mindestens einem Tag im Jahr austrocknen. In besonders trockenen Gebieten der Erde, etwa in Teilen Indiens, in Westaustralien oder der afrikanischen Sahelzone, sind es den Forschern zufolge sogar 99 Prozent der Fließgewässer.

Mehr zum Thema

Antarktis: Schutzschild vor Gletscher schmilzt schneller als befürchtet

Studie: Plastik im Meer stammt zum Großteil aus Lebensmittelverpackungen

Risikoforscher: Klimawandel macht auch Meereswellen gefährlicher

Im Rahmen der Studie erfasste das internationale Wissenschaftlerteam um Mathis Messager von der McGill University in Montreal erstmals sämtliche Flüsse weltweit über alle Kontinente und Klimazonen hinweg. Auch in den kühlgemäßigten und feuchten Klimazonen trocknen demnach fast 30 Prozent der Fließgewässer immer wieder aus. Würden auch kleine Bäche berücksichtigt, seien es dort sogar mehr als die Hälfte der Wasserläufe, sagt Messager. Regionale Beispiele hierfür sind in Deutschland etwa der Urselbach im Vordertaunus und die Weil als Zufluss der Lahn. Beide waren im vergangenen Sommer vorübergehend trocken.

Austrocknen hat weitreichende Auswirkungen auf das Ökosystem der Flüsse

Betroffen sind den Forschern zufolge aber auch große Flüsse, etwa der Nil, der Gelbe Fluss in China oder der Rio Grande in Nordamerika. „Dies kann zu einem erschwerten Wasserzugang für Millionen von Menschen führen und hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Ökosystem Fluss“, sagt Ko-Autor Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Insgesamt wertete das Team die hydrologischen, klimatischen, bodenkundlichen und geologischen Daten von 5615 Messstationen weltweit aus.

RND/dpa

Der Artikel "Studie: Die meisten Flüsse weltweit trocknen zeitweise aus" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.