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15:29 23.08.2010
Mit 1648 Tieren lag die Zahl der Seehunde zwischen Ems und Elbe um 202 höher als in 2009. Quelle: dpa
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Noch nie gab es so viele Seehunde im niedersächsischen Wattenmeer seit Beginn der Aufzählungen im Jahr 1958 wie jetzt: Mit insgesamt 6623 Seehunden wurde in diesem Jahr der Spitzenwert vom Jahr 2002 (6481) gebrochen. Das teilte das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) am Montag in Oldenburg mit. Auch bei den Jungtieren wurde der Höchstwert abermals übertroffen: Mit 1648 Tieren lag die Zahl der Seehunde zwischen Ems und Elbe um 202 höher als in 2009. Die Seehunde machten einen sehr gesunden und gestärkten Eindruck. Es gebe auch keine Hinweise auf Erkrankungen, hieß es beim LAVES nach dem letzten Zählflug am vergangenen Wochenende.

Seehunde mögen es an Land sonnig und nicht allzu stürmisch. Die Zähler starten daher möglichst bei gutem Wetter, da sich die Tiere bei viel Wind ins offene Meer zurückziehen. Dies kann auch einen Einfluss auf das Zählergebnis haben. In diesem Jahr war das Wetter während der Zählung jedoch optimal.

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Bei dem großen Seehundsterben vor acht Jahren wurden an der Küste insgesamt 3851 tote Seehunde gezählt. Sie waren Opfer der Seehundstaupe. Im Jahr 2002 - kurz vor dem Seuchenzug - tummelten sich noch rund 6500 Seehunde im niedersächsischen Wattenmeer. 2004 wurden rund 4000 Seehunde beobachtet, darunter 1000 Jungtiere. 2005 waren es 4837 Seehunde (1176 Jungtiere), 2006 rund 4642 (1173 Jungtiere), 2007 rund 4633 (1076 Jungtiere), 2008 rund 6162 (1076 Jungtiere) und 2009 rund 6369 Seehunde (davon 1446 Jungtiere).

Nach einem internationalen Schutzabkommens starten jedes Jahr Beobachtungsflugzeuge in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden. In Niedersachsen wird bereits seit 1972 vom Flugzeug aus gezählt. Finanziert werden die Aktionen aus Jagdabgabemitteln der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger.

2010 könnte ein auch Rekordjahr für den Storchennachwuchs in Niedersachsen werden. Wetter- und Nahrungsbedingungen seien für die Vögel bisher optimal gewesen, sagte Storchexperte Hans-Jürgen Behrmann am Montag in Celle. Die Störche wären früh eingeflogen und hätten genug Zeit zur Paarung gehabt. Unwetter, kalter Regen und Extremtemperaturen seien überwiegend ausgeblieben. Dazu hätten die Tiere durchgängig Nahrung wie Feldmäuse für ihre Jungen gefunden. Reinhard Löhmer vom Bund für Umwelt und Naturschutz BUND zählte im Leinetal 60 Junge und nichtbrütende Störche. Viele der Vögel ziehen derzeit Richtung Süden. Störche legen im Schnitt drei bis fünf Eier.

dpa