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11:30 06.08.2019
Kleiner Haken für umweltbewusste Gärtner: Um gut zu gedeihen, empfehlen Experten für Teepflanzen torfhaltige Rhododendronerde, weil die den pH-Wert länger hält.
Köln

Echter Tee (Camelia sinensis) aus dem eigenen Garten, kann das funktionieren? Nun, ich werde es herausfinden, denn ich habe zehn speziell für unser Klima selektierte Tee­pflanzen für einen Praxistest zur Verfügung gestellt bekommen. Sieben davon habe ich in ein kleines Teebeet im Schrebergarten gepflanzt. Drei wachsen in Kübeln im Hausgarten.

Standortbedingungen für echten Tee

Echter Tee wächst gern im Halbschatten. In China werden Teeplantagen von großen Bäumen beschattet. Bei uns erledigt der alte Birnbaum den Job. Das Teebeet wird im lichten Schatten seiner ausladenden Äste angelegt. Die Teepflanzen sind zwar nach Frosthärte selektiert, trotzdem empfehle ich einen frostgeschützten Standort. Vor allem Spätfröste können zu Schäden am Neuaustrieb führen und genau den braucht man ja für den Tee aus dem eigenen Garten. Bei mir sorgt eine Brombeerhecke im Rücken und die Gartenlaube des Nachbarn für einen frostgeschützten Standort. Außerdem habe ich das Beet mit schwarzen Schieferplatten eingefasst, die ebenfalls etwas Wärme speichern. Sollte also alles passen. An besonders sonnigen und kalten Wintertagen sollte man die Teepflanzen mit einem Frostschutzvlies bedecken. Problematisch ist dabei eher die Sonne als die Temperatur.

Teepflanzen mögen saure Erde

Teepflanzen gedeihen am besten bei einem Boden-pH von 4,5 bis 6. Normale Gartenerde hat einen höheren pH. Deshalb habe ich die Erde gut spatentief ausgehoben. Eigentlich waren zwei Spaten tief geplant, aber das war mir dann doch zu anstrengend. Das Teebeet wird mit Rhododendronerde aufgefüllt. Das ist übrigens der einzige Wermutstropfen bei der Sache. Rhododendron-Erde ist torfhaltig. Eigentlich ein No-Go in unserem Garten. Für das Teebeet mache ich schweren Herzens eine Ausnahme. Es gibt zwar auch torffreie Rhododendron-Erde, die habe ich zum Beispiel für mein Heidelbeerbeet verwendet. Aber der Pflanzenlieferant empfiehlt ganz ausdrücklich Erde mit Torf, weil Torf den gewünschten pH-Wert länger hält.

Teepflanzen gedeihen am besten bei einem Boden-pH von 4,5 bis 6.

Anja Klein

Pflanzabstände für Teepflanzen

Die ausgewachsenen Teepflanzen können einen Durchmesser von einem Meter erreichen, brauchen dafür allerdings gut fünf Jahre. Wenn man wie ich eine Teehecke beziehungsweise einen Teekreis haben möchte, kann man enger pflanzen. Mein Beet hat einen Durchmesser von einem Meter. Die Teepflanzen pflanze ich mit einem Pflanzabstand von knapp 50 Zentimetern. Macht sechs Pflanzen im Kreis und eine in der Mitte. Die Teepflanzen werden tiefer eingepflanzt als sie zuvor im Topf standen, sieben Zentimeter oder mehr. So bleibt der unterirdische Teil der Äste bei einem eventuellen Frostschaden geschützt und kann später wieder neu austreiben.

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Tee im Topf oder Kübel anpflanzen

Drei Teepflanzen pflanze ich in Kübeln in unserem Hausgarten an. Dort gibt es viele halbschattige Standorte. Der Garten ist von hohen Mauern umgeben und bietet so ein sehr geschütztes Kleinklima – im Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit. Das sind wirklich perfekte Anbaubedingungen für Teepflanzen. Die Kübel werden ebenfalls mit Rhododendron-Erde gefüllt. Wichtig ist es hier für einen guten Wasserabzug zu sorgen. Ich habe dafür unten in die Kübel eine Drainageschicht aus Terrakotta-Scherben eingefüllt. Ein Kübel ist sehr groß, die anderen beiden sind etwas kleiner. Ich bin gespannt, ob das Auswirkungen auf das Wachstum der Teepflanzen hat.

Autorin Anja Klein liebt ihren Garten. Was dort passiert, beschreibt sie auf dem Blog der-kleine-horror-garten.de.

Die erste Teeernte

Geerntet werden beim echten Tee immer die Triebspitzen. Bei sehr hochwertigen Tees nur die oberen beiden Blätter. Durch die andauernde Ernte verzweigt sich die Teepflanze gut und wird immer dichter. Das Teebeet soll sich so langsam zu einem etwa 50 bis 100 Zentimeter hohen Zylinder entwickeln. Die Teepflanzen in den Kübeln sollen eine eher runde buschige Form bekommen. Die Blätter kann man frisch, halb fermentiert oder ganz fermentiert genießen. Ich verzichte vorerst auf das Fermentieren und verwende die Teeblätter einfach frisch. Sie werden kurz zusammengerollt, damit die Blattzellen aufbrechen, und dann mit heißem Wasser übergossen. Für frischen Tee können auch die älteren Blätter verwendet werden. Der erste Geschmackstest mit dem Winteraustrieb war interessant. Sehr mild und zart mit einer ganz hellgrünen Tasse. Jetzt dürfen die Teepflanzen erst einmal anwachsen und neue Blätter bilden.

Im ersten Jahr ist noch keine üppige Ernte zu erwarten. Aber man kann immer mal wieder ein paar Blätter probieren. Im nächsten Jahr reicht es dann schon für die eine oder andere Kanne mit echtem Tee aus dem eigenen Garten.

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