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Wissen Schnelltest für Chlamydien
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18:31 29.07.2009
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Bisher war ein vor allem für Männer sehr unangenehmer Abstrich aus der Harnröhre nötig, um die bakterielle Infektion zu diagnostizieren. In einer Studie mit rund 1200 Männern zeigte der Test eine Zuverlässigkeit von rund 84 Prozent beim Nachweis der Infektion, die leicht mit Antibiotika zu behandeln ist. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher um Elpidio-Cesar Nadala vom Diagnostikunternehmen „Diagnostics for the Real World“ in Cambridge im „British Medical Journal“.

Die Wissenschaftler ließen für ihre Studie die Männer im Alter zwischen 16 und 73 Jahren, die unter anderem wegen Beschwerden im Blasentrakt zwei medizinische Zentren aufgesucht hatten, Urinproben abgeben. Die Proben werden bei dem in Zusammenarbeit mit der Universität von Cambridge entwickelten Verfahren so behandelt, dass Tests auf Antikörper gegen den Erreger mit einer extrem erhöhten Empfindlichkeit ausschlagen. Die Urinprobe wird dabei mit reaktionsfördernden Stoffen behandelt und in einer Zentrifuge geschleudert. Zum Abgleich der Testergebnisse wurden die Männer zudem mit den herkömmlichen Tests auf die bakterielle Infektion untersucht.

Die Auswertung ergab für den Schnelltest eine Zuverlässigkeit von über 80 Prozent beim Nachweis einer Chlamydieninfektion. Auch zeigte er nur in einer verschwindend geringen Zahl der Fälle fälschlicherweise ein positives Ergebnis an. „Dieser neue Test ist sowohl genau als auch schnell und ermöglicht Männern die Diagnose und Behandlung während eines einzigen Besuchs in der Klinik“, fasst Helen Lee, eine der Mitentwicklerinnen des Tests, die Ergebnisse zusammen.

Der Test wird in Frankreich bereits in Kliniken eingesetzt und soll nun auch in Spanien, Portugal, Italien und anderen EU-Ländern auf den Markt kommen. Eine Chlamydieninfektion führt bei Männern häufig zu Entzündungen der Harnröhre, die sich durch Schmerzen beim Wasserlassen und eitrigem Ausfluss bemerkbar machen. Bei Frauen kann die Infektion zu Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut und der Eileiter führen. Kritisch ist vor allem eine Infektion in der Schwangerschaft, die vorzeitigen Blasensprung und Frühgeburten auslösen kann. Die Ansteckung erfolgt meist entweder beim Geschlechtsverkehr oder durch eine Schmierinfektion.

ddp