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Wissen Rosskastanie und Esskastanie: Welche Kastanien essbar sind und die besten Rezepte
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08:04 05.10.2021
In Frankreich, Italien und der Schweiz feiert man die Renaissance der Esskastanie: Geröstet, geschmort und als Naschwerk. Ein guter Grund, sich selbst einmal an die Marone heranzuwagen.
Nun beginnt die Erntezeit von Esskastanien: ein guter Grund, sich selbst einmal an die Marone heranzuwagen.
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Wer im Herbst durch den Wald streift, sieht auf den Boden Dutzende Kastanien, Bucheckern oder Eicheln liegen. Besonders oft findet man die Früchte der Rosskastanie, viel häufiger als die der Edel-Kastanie. Die Rosskastanie sei „ein Paradebeispiel für sogenannte unechte Verwandte”, schreiben die Autoren des Buches „Kastanien”. So nenne man Arten, die volkstümlich ähnlich heißen, aber botanisch nichts miteinander zu tun haben.

Rosskastanie, Esskastanie, Maroni

Rosskastanien haben auf dem Teller jedenfalls nichts zu suchen. Im Gegenteil: Sie sind giftig, warnt die Zeitschrift Ökotest. Ursprünglich würden die Bäume aus dem Balkan stammen, steht im Buch „Kastanien” geschrieben. Seit dem 17. Jahrhundert werde die Rosskastanie in Zentraleuropa als Zierbaum eingesetzt.

In Europa heimisch dagegen sei die Esskastanie. Wie ihr Name schon andeutet, spricht nichts gegen den Verzehr. Die Früchte der Esskastanie kennen wir unter anderem als Maroni vom Weihnachtsmarkt, wo sie oft fliegende Händler verkaufen.

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Unterschied zwischen Rosskastanie und Esskastanie

Auf ihrer Webseite klärt die Zeitschrift Ökotest auf, wie man Ross- und Esskastanien unterscheidet. So seien die Blätter der Bäume unterschiedlich geformt. Die Blätter der Rosskastanie „bestehen aus fünf kleineren Einzelblättern und ähneln Buchenblättern“. Edelkastanien hätten dagegen einzeln am Ast hängende Blätter und am Rand winzige Stacheln.

Wenn die Früchte noch in ihrer Hülle stecken, wird spätestens beim Hochheben klar, welche Sorte man in der Hand hält. Die Hülle um die Rosskastanie herum ist hart und piekst sehr. Die Stacheln der Maroni-Hülle sind dagegen viel weicher. Auch die Früchte selbst unterscheiden sich. Rosskastanien sind kugelig, Esskastanien „eher flach und spitz”, beschreibt Ökotest.

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„Kastanien, naturbelassene Getreidekörner und Kartoffeln sind Stärkeprodukte und vom Nährwert sehr ähnlich; sie alle können untereinander ausgetauscht oder kombiniert werden“, informieren die Autoren des Buches „Kastanien”. Laut ihnen enthalten 100 Gramm frische, geschälte Kastanien knapp 200 Kalorien und bestehen jeweils fast zur Hälfte aus Wasser und Kohlenhydraten. Gut passen würden Esskastanien zu Wild- oder Geflügelgerichten, rät die Verbraucherzentrale Bayern.

Alles Wissenswerte rund um Kastanien haben die Autoren dieses Buches zusammengetragen. Unsere Rezeptempfehlungen stammen ebenfalls aus diesem Buch. Quelle: Freiburg i.Br. aus „Kastanien“/FONA Verlag

Wer keinen Esskastanienbaum in der Nähe hat, kann Maroni beispielsweise auf dem Wochenmarkt kaufen. Mittlerweile gibt es die Esskastanien auch in einigen gut sortierten Supermärkten. Aus ihnen kann man dann etwa folgende drei Gerichte zubereiten:

Kastanien-Zwiebel-Suppe mit Rotwein

Kastanien eigenen sich wunderbar zum Kochen einer Suppe. Quelle: Freiburg i.Br. aus „Kastanien“/FONA Verlag

Das wird gebraucht: 2 EL Olivenöl; 1 mittelgroße Zwiebel; reichlich frischer Rosmarin, Nadel abgestreift, oder 1 Bund Thymian, Blättchen abgezupft; 400 bis 450 Gramm tiefgekühlte oder gekochte Kastanien aus dem Glas; 100 bis 150 Milliliter kräftiger Rotwein; 1 Liter Gemüsebrühe; frisch gemahlener Pfeffer; 100 Milliliter Schlagsahne; Mandarinenöl, zum Beträufeln; Thymianblättchen, zum Bestreuen

So geht’s

Zwiebeln schälen und hacken, im Olivenöl braun und knusprig braten. Rosmarinnadeln zufügen, kurz dünsten, Kastanien und Rotwein zugeben, kurz köcheln lassen. Mit Gemüsebrühe auffüllen, bei schwacher Hitze kochen, bis die Kastanien weich sind. Suppe durch ein Sieb streichen oder pürieren.

Kastaniensuppe anrichten, mit Schlagsahne garnieren, mit einigen Tropfen Mandarinenöl abrunden. Mit Thymianblättchen bestreuen.

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Kastanienravioli mit Salbeibutter

Schön deftig: Ravioli mit einer Speck-Kastanienfüllung. Quelle: Freiburg i.Br. aus „Kastanien“/FONA Verlag

Das wird für 35 bis 45 Ravioli gebraucht:

Für den Teig: 150 Gramm Dinkelweißmehl; 100 Gramm Kastanienmehl (aus luftgetrockneten Kastanien); 2 Eier; 1 Teelöffel Meersalz; 1 Esslöffel Olivenöl; eventuell 2 bis 3 Esslöffel Wasser; 1 Bund Salbei; 50 Gramm Butter

Für die Füllung: 30 Gramm Speckwürfelchen oder 1 Esslöffel Olivenöl; 100 Gramm gekochte Kastanien; 1 Bio-Zitrone, wenig abgeriebene Schale; reichlich fein gehackte Kräuter, beispielsweise Salbei, Rosmarinnadeln, Thymian, Basilikum; 2 Knoblauchzehen; 100 Gramm Ricotta; 40 Gramm Ziegenfrischkäse; 3 Esslöffel Olivenöl; Meersalz; frisch gemahlener Pfeffer

So geht’s

Erntefrische Kastanien etwa eine Stunde in kaltes Wasser legen. Dann blanchiert man die frischen, eingeritzten Früchte portionsweise während 4 Minuten in kochendem Wasser. Anschließend die noch heißen Früchte schälen, Häutchen mit einem Messer entfernen. Danach im Dampf im Siebeinsatz 10 bis 12 Minuten garen. So erhält man gekochte Kastanien.

Mehl, Eier, Salz und Olivenöl in einer Schüssel glattrühren. So viel Wasser zugeben, dass ein glatter Teig entsteht. Teig in Klarsichtfolie einwickeln und bei Zimmertemperatur mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

Ravioliteig auf bemehlter Arbeitsfläche dünn ausrollen, Rondellen von 5,5 bis 8 Zentimeter Durchmesser ausstechen. 30 Minuten trocknen lassen.

Kastanien und Kräuter fein hacken, Knoblauchzehen schälen. Speck in einer Bratpfanne auslassen oder Olivenöl erhitzen. Kastanien, Zitronenschale, Kräuter und durchgepressten Knoblauch zugeben und kurz dünsten. Abkühlen lassen. Ricotta, Ziegenfrischkäse und Olivenöl mit Kastanien vermengen. Würzen.

Die Füllung auf die Hälfte der Teigrondellen verteilen, eine zweite Rondelle drauflegen, Teigrand mit der Gabel gut andrücken.

Kastanienravioli in reichlich Salzwasser al dente kochen, das dauert 4 bis 5 Minuten.

Salbeiblätter abzupfen und in der Butter braten. Ravioli mit einem Schaumlöffel aus dem Kochwasser nehmen, in der Salbeibutter schwenken.

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Bratapfel mit Kastanien-Nuss-Füllung

Der klassische Bratapfel mal anders: nämlich mit süßem Kastanienpüree. Quelle: Freiburg i.Br. aus „Kastanien“/FONA Verlag

Das wird gebraucht: 4 bis 5 Äpfel, Boskop oder Maigold; 200 Gramm gesüßtes Bio-Kastanienpüree; 50 Gramm geriebene Walnüsse; 3 Esslöffel grob gehackte Walnüsse; 3 Esslöffel Crème fraîche; 1 Eigelb; Zimtpulver; 1 Bio-Organe, abgeriebene Schale; Butter; Vollrohrzucker

So geht’s

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Alle Zutaten bis auf die Äpfel für die Füllung mischen, mit Zimtpulver und Orangenschalen abschmecken.

Äpfel quer halbieren, Kerngehäuse mit Kugelausstecher entfernen. Kastanienpüree in die Apfelhälften füllen, in eine mit Butter eingefettete Gratinform stellen. Butterflocken, Zucker und Nüsse darüberstreuen.

Äpfel im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad 20 bis 25 Minuten backen.

Von Sarah Franke/RND

Der Artikel "Rosskastanie und Esskastanie: Welche Kastanien essbar sind und die besten Rezepte" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.