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Wissen Richard III. nach mehr als 530 Jahren bestattet
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18:21 26.03.2015
Foto: Mehr als 530 Jahre nach dem Tod Richards III. wird der ehemalige englische König am Donnerstag bestattet
Mehr als 530 Jahre nach dem Tod Richards III. wird der ehemalige englische König am Donnerstag bestattet. Quelle: dpa
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Leicester

Der schlichte Eichensarg mit den bei Bauarbeiten entdeckten Gebeinen des 1485 gestorbenen Königs wurde nach Bosworth gebracht. Dort war Richard III. im Alter von 32 Jahren im Kampf gefallen. In den vergangenen Tagen war der Sarg im nahegelegenen Leicester aufgebahrt, die Bestattung soll live im Fernsehen übertragen werden.

Die Gebeine des Königs waren 2012 bei Bauarbeiten für einen städtischen Parkplatz in Leicester gefunden worden. Moderne Erbgut-Analysen konnten anhand von DNA-Spuren die Zuordnung zu Richard III. klären.

Wissenschaftler untersuchten Knochen

Mehr als zwei Jahre lang haben Wissenschaftler die Knochen von König Richard III. (1452-1485) an der Universität Leicester untersucht. DNA-Analyse, Radiocarbonmethode und Zahnanalysen haben nicht nur seine Identität bewiesen, sondern auch Interessantes über den Monarchen ans Licht gebracht.

Genießer: Richard III. ließ es sich in den zwei Jahren an der Macht gut gehen. Auf seinem Speiseplan standen vor allem Fisch und Vögel wie Schwan, Kranich und Reiher. Er trank auch besonders gerne Wein. Sein ausschweifender Lebensstil hatte Folgen: Die Forscher fanden heraus, dass er unter einer Spulwurm-Infektion litt. Diese Parasiten gelangen meist durch verunreinigte Nahrung in den Körper.

Äußeres: Der König hatte ziemlich sicher blaue Augen und wenigstens in seiner Kindheit blondes Haar. Er war sehr schlank gebaut und 1,72 Meter groß. Wegen seines verkrümmten Rückgrats sah er aber kleiner aus, seine eine Schulter war höher als die andere. An dieser Skoliose litt er wohl seit der Pubertät. Anders als William Shakespeare schrieb, fanden die Forscher keinen Hinweis auf einen verkümmerten Arm.

Tod: In der Schlacht von Bosworth starb Richard III. an einer schweren Kopfverletzungen - vermutlich durch Schwert oder Hellebarde. Die Totengräber hatten es wohl eilig: Es gab weder Sarg noch Leichentuch und das Grab war zu klein. An seinem Hinterteil fanden sich Hinweise einer postumen Erniedrigung: Jemand soll ihm nach seinem Tod ein Schwert in die rechte Pobacke gestoßen haben.

dpa

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