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17:48 29.07.2010
Schmelzwasser bahnt sich seinen Weg durch Schnee in der Arktis.
Schmelzwasser bahnt sich seinen Weg durch Schnee in der Arktis. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Nach einer Phase der Abkühlung wird es in Teilen der Arktis seit etwa 20 Jahren im Sommer wieder deutlich wärmer. Das ergab die Rekonstruktion der Temperaturen in den vergangenen 400 Jahren mit Hilfe von Baumringen, teilte das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) am Donnerstag in Halle mit.

Im Durchschnitt stieg die Temperatur in der kältesten Region des europäischen Festlands seit 1990 um 1,5 Grad, sagte Klimaforscherin Tatjana Böttger. Die niedrigsten Werte lagen mit 10,4 Grad Celsius im Jahr 1709, die höchsten mit 14,7 Grad Celsius im Jahr 1957, schreiben die beteiligten Forscher im Fachblatt „Arctic, Antarctic and Alpine Research“.

Deutsche und russische Forscher haben für die Rekonstruktion der Sommertemperaturen das Wachstum von Waldkiefern von der russischen Kola-Halbinsel untersucht, sie liegt nördlich des Polarkreises. Diese Bäume reagieren besonders sensibel auf Temperaturschwankungen und seien dadurch besonders aussagekräftig.

Im Institut für Botanik der Universität Hohenheim bei Stuttgart maßen sie die Breite der einzelnen Jahresringe und werteten die Ergebnisse mit dem Institut für Geographie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau aus. Die Ergebnisse verglichen sie mit ähnlichen Untersuchungen aus Lappland und Sibirien.

Alle drei Datenreihen hätten dabei ein Maximum der Temperatur in der Mitte des 20. Jahrhunderts gezeigt - und eine anschließende Abkühlung um ein bis zwei Grad Celsius. Bis 1990 habe dabei die Sonnenaktivität einen starken Einfluss auf die jeweilige Temperatur gehabt. Danach würden andere, möglicherweise regionale Besonderheiten, die Oberhand gewinnen.

dpa