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08:15 14.11.2017
Angehörige zu pflegen, kann belasten. Diese Erfahrung hat auch Pflegeexperte Claus Fussek gemacht. Quelle: Montage: RND/istock, privat
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Hannover

Es ist dringend notwendig, dass die Politik das Thema Pflege mit der gleichen Leidenschaft diskutiert wie etwa die Zukunft des Dieselantriebs. Pflege geht uns früher oder später alle an. Dennoch verdrängt unsere Gesellschaft das Thema seit Jahren kollektiv – ein Grundproblem. Wir dürfen Pflegebedürftige, aber auch ihre Angehörigen nicht im Stich lassen, sonst kollabiert unser Sozialsystem. Warum gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, aber keinen Anspruch auf Tages- und Nachtpflege zur Entlastung pflegender Angehöriger? Die meisten alten Menschen wollen selbstbestimmt in ihrer häuslichen Umgebung wohnen und gepflegt werden. Gerade aber bei Menschen mit Betreuungsbedarf rund um die Uhr reicht die Unterstützung durch Pflegekräfte in ihrer bisherigen Form nicht aus.

Unterstützung für die Pflegenden

Die Hauptlast tragen die Angehörigen. In ihrer seelischen, aber auch finanziellen Not greifen sie auf die Dienste von osteuropäischen Haushaltshilfen zurück, die oft unter fragwürdigen Bedingungen arbeiten. Was wir dagegen brauchen, sind zeitintensive, flächendeckende und bezahlbare ambulante Angebote mit qualifizierten Kräften. Lösungen für Tagespflege, zeitintensive Nacht- und Wochenenddienste sind dringend geboten, damit der größte und kostengünstigste Pflegedienst der Nation, die Angehörigen, nicht zusammenbricht. Vor allem die psychische Belastung pflegender Angehöriger kann fatale Folgen haben, wenn sie sich in Gewalt Bahn bricht und die Pflegebedürftigen nicht mehr sicher sind. Ähnlich wie beim Thema Kindesmisshandlung sind auch bei der häuslichen Pflege Frühwarnsysteme erforderlich. Gewalt in der häuslichen Pflege ist das Tabu im Tabu.

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Die Pflegenden brauchen Unterstützung, die Pflegebedürftigen müssen geschützt werden. Hinsehen statt wegschauen – dieser Grundsatz sollte sowohl für die Pflege daheim als auch im Heim gelten.

Von Claus Fussek/RND

Der Artikel "Pflege geht uns früher oder später alle an" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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