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Wissen Öko-Test: Erstickungsgefahr bei vier Matratzen für Babys
Mehr Welt Wissen Öko-Test: Erstickungsgefahr bei vier Matratzen für Babys
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14:48 29.08.2019
Babys und Kleinkinder verbringen viel Zeit in ihrem Bett. Für die Gesundheit ist die Wahl der richtigen Matratze deshalb wichtig. Quelle: michalbarhaim/unsplash
Hannover

Die Experten des Verbrauchermagazins Öko-Test testeten in der Ausgabe 09/2019 14 gängige Kindermatratzen in der Größe 70 mal 140 Zentimeter auf Sicherheit, Verarbeitungsqualität und Schadstoffe. Sie passen in Bettchen für Kinder vom Baby- bis zum Vorschulalter. Das Ergebnis: Sechs der getesteten Modelle fielen durch. Bei vier Matratzen bestehe für kleine Kinder sogar Erstickungsgefahr.

Weiche Matratzen gelten als gefährlich für Babys

Die Erstickungsgefahr bestand laut den Experten bei vier Matratzen, darunter zum Beispiel die „Wave Kindermatratze" des Herstellers Alvi für 137,94 Euro. Sie seien auf jeweils einer Seite zu weich, sodass Babys mit dem Gesicht weit einsinken und keine Luft mehr bekommen könnten. Denn: „Säuglinge können auf den Sauerstoffmangel anfangs noch nicht reagieren, indem sie den Kopf anheben oder sich wieder umdrehen“, so Öko-Test.

Hinzu kommt laut den Verbraucherschützern die dreiste Werbung des Herstellers Alvi, der behauptet, Wellentäler würden die Luftzirkulation fördern. Das sorge für eine Reduzierung der CO2-Rückatmung. Auf eine Nachfrage der Tester legte das Unternehmen aber keine Studie vor, die diese Behauptung belegt.

Matratzen für Babybetten: Erstickungsgefahr durch Kleinteile

„Weitere Gefahrenquellen sind Kleinteile und Aufkleber, die abbrechen oder sich lösen können“, erklären die Verbraucherschützer. Dazu zählten auch leicht zugängliche Füllungen und abbrechende Reißverschlussgriffe. Im Test fielen fünf Matratzen dahingehend negativ auf, beispielsweise die „Ako Natur Baby- und Kindermatratze" des Herstellers Grüne Erde.

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Immerhin: Tester fanden kaum Schadstoffe in den Matratzen

Laut den Experten hatte 2017 der Schadstoff Dichlorbenzol, ein flüssiger Giftstoff gegen Wasserorganismen, in Schaumstoffmatratzen für Schlagzeilen gesorgt. Menschen können ihn über die Atemwege und die Haut aufnehmen. Dieses Problem sei mittlerweile behoben.

Bei acht Kindermatratzen hätte es lediglich eine Note Abzug für umstrittene halogenorganische Verbindungen gegeben. Nur ein Produkt stuften die Tester um zwei Noten ab, da sie stark erhöhte Mengen des Stoffes Antimon entdeckten: Er steht laut Öko-Test im Verdacht, krebserregend zu sein.

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Testsieger unter den Kindermatratzen: „Regenbogen Basic Babymatratze"

Positiv aufgefallen ist den Experten das günstigste Modell im Test: Die „Regenbogen Basic Babymatratze" des Anbieters Träumeland für 74,90 Euro. Die Gebrauchs- und Warnhinweise seien vollständig, die Maße wie angegeben und die Härte in Ordnung. Insgesamt erteilten die Verbraucherschützer das Urteil „sehr gut".

Kindermatratze kaufen: Das rät „Öko-Test“

Damit Eltern beim Kauf einer Kindermatratze das passende Modell für ihr Kind finden, geben die Verbraucherschützer Tipps:

  • Eine Babymatratze sollte eher hart sein. In einer weichen Matratze versinkt das Kind leichter. In Bauchlage besteht dann Erstickungsgefahr.
  • Lüften Sie Matratzen vor dem Gebrauch ein paar Tage aus und entfernen Sie alle Aufkleber und Schnüre.
  • Damit die Kleinen sich nicht einklemmen, sollten zwischen Matratze und Bettgestell nicht mehr als zwei Finger passen, also etwa drei Zentimeter. So passt die Matratze auch gut ins Babybett.
  • Legen Sie ihr Kind in Rückenlage schlafen, so bleiben die Atemwege frei.
  • Babys schlafen am besten in einem Babyschlafsack.

Auch hilfreich: Die Din-Norm für Kindermatratzen

Die Din-Norm EN 16890 für Kindermatratzen gibt es seit 2017. Sie ist rechtlich nicht verpflichtend, dient Herstellern allerdings zur Überprüfung der Sicherheit ihrer Produkte. Das gilt für Matratzenböden und -auflagen, die in Kinderbetten, Krippen und Hängewiegen genutzt werden: Mit einem sogenannten „Kugeltest“, bei dem eine Stahlkugel den Kopf eines Kindes simuliert, wird geprüft, was geschehen kann, wenn sich Kinder im Schlaf auf den Bauch drehen.

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Von Jessica Orlowicz/RND

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