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18:50 13.07.2009
Nur jeder zehnte arbeitet bis 65. Quelle: ddp
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Linken-Vize Klaus Ernst forderte die SPD am Montag auf, sich angesichts dieser Zahlen von der Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre zu distanzieren.

Der Tabelle des Bundesarbeitsministeriums zufolge waren Ende September 2008, also vor der Wirtschaftskrise, noch rund die Hälfte der 55- bis 58-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei den 58- bis 63-Jährigen waren es 37 Prozent. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten fällt geringer aus: Nur 7,4 Prozent der 63- bis 65-Jährigen hatten einen Vollzeitjob. Bei den 58- bis 63-Jährigen waren es 26,6 Prozent, bei den 55- bis 58-Jährigen waren es 39,4 Prozent, wie die „Frankfurter Rundschau“ am Montag berichtet hatte.

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Die Zahl der als arbeitslos betrachteten älteren Arbeitnehmer stieg zwischen Mai 2008 und Mai 2009 um 17 Prozent. Die Bundesregierung führte diesen Anstieg in ihrer Antwort allerdings vollständig darauf zurück, dass über 58-Jährige jetzt in der Arbeitslosenstatistik geführt würden, die früher unter vorruhestandsähnliche Regelungen gefallen seien. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 55 bis unter 65 Jahre sei daher im Vergleich zu anderen Altersgruppen nach wie vor „relativ günstig“.

Die Linke zog andere Schlüsse aus den Zahlen. „Schon im Aufschwung fanden Ältere kaum Jobs“, erklärte Ernst. „In der Krise wird es noch schlimmer.“ Die Rente ab 67 schaffe keinen einzigen neuen Arbeitsplatz für Ältere, sondern sorge nur für höhere Rentenabschläge und mehr Altersarmut.

afp