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12:34 25.01.2013
Peter Rickmers, Leiter für Antriebssysteme, erklärt, was Ingenieure vom Bombardierkäfer lernen können. Quelle: dpa
Bremen

Der Bombardierkäfer hat das Interesse von Raumfahrtingenieuren geweckt. Nach seinem Vorbild will ein internationales Forscherteam neue Antriebe für Satelliten entwickeln. An dem EU-Projekt mit einem Volumen von 2,6 Millionen Euro beteiligt sich auch das Bremer Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation. Der Leiter für Antriebssysteme, Peter Rickmers, erklärt, was Ingenieure vom Bombardierkäfer lernen können.

Was macht den Bombardierkäfer so spannend für die Raumfahrt?
Rickmers: „Uns interessiert sein Verteidigungsmechanismus. Er sprüht Gase aus einer Düse, um sich vor Feinden zu schützen. Dafür mischt er zwei verschiedene Chemikalien, die heftig miteinander reagieren. Man kann da tatsächlich ein Dampfen und Qualmen sehen. Durch diese Reaktion kann er die Gase sehr weit versprühen - und produziert sozusagen Schub, obwohl er den nicht zum Vorwärtskommen nutzt.“

Wie wollen sie diesen Mechanismus in der Raumfahrt nutzen?

Rickmers: „Konventionelle Antriebe brauchen normalerweise einen hohen Druck, der den Treibstoff in die Brennkammern befördert. Man braucht also ein System, dass diesen Druck aufbaut - entweder eine Pumpe, einen Drucktank oder dergleichen. Der Käfer bringt die Chemikalien dagegen mit einem relativ niedrigen Druck in seine Explosionskammer. Dort steigt dann der Druck, und es wird Schub für einen kurzen Moment erzeugt. Dann fällt der Druck wieder ab. Sobald er so niedrig ist, dass die Chemikalien wieder nachfließen können, geht alles von vorne los. Diesen Pulsantrieb wollen wir kopieren.“
Was bringt das?
Rickmers: „Wir können das Drucksystem vor der Brennkammer einsparen und damit Gewicht. Der Antrieb wird effizienter, und man kann mehr Ladung unterbringen. Das wollen wir für Forschungssatelliten nutzen.“

Wann wird es die ersten Satelliten mit diesem Antrieb geben?

Rickmers: „Das ist schwer zu schätzen. Das Projekt ist erstmal auf drei Jahre angelegt. Danach muss man sehen, wie weit wir mit Prototypen sind und welche technologische Reife das Ganze hat. Fünf bis zehn Jahre wird es wohl schon dauern, bis die Antriebe fertig entwickelt sind.“

dpa

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