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Wissen Naturschutzunion warnt vor massivem Artensterben weltweit
Mehr Welt Wissen Naturschutzunion warnt vor massivem Artensterben weltweit
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12:24 02.07.2009
Auch Spitzmaulnashörner sind vom Aussterben bedroht. Quelle: Rainer Jensen/lni
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So warnte die Weltnaturschutzunion (IUCN) in einem am Donnerstag vorgestellten Bericht. Das Ziel der UN-Konvention zur Artenvielfalt, das Artensterben bis 2010 zu bremsen, werde damit klar verfehlt.

Knapp ein Drittel der Amphibienarten weltweit sind der IUCN zufolge durch den Verlust ihres natürlichen Lebensraum, durch Pilzinfektionen und andere Risiken vom Aussterben bedroht. Zudem drohe knapp einem Viertel der Säugetierarten weltweit das Ende, wenn das Artensterben weitergehe wie bisher.

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Weiter heißt es in dem Bericht, auch mehr als jede achte Vogelart drohe zu verschwinden - besonders gefährdet seien beispielsweise in Brasilien und Indonesien heimische Vögel. Die im Schweizer Gland ansässige IUCN stellt alle vier Jahre einen Bericht zur Lage der Artenvielfalt vor.

Die zunehmende Erderwärmung verschlimmert die Situation für die Tier- und Pflanzenwelt noch, wie die IUCN warnt: So reagierten knapp ein Drittel der Vogelarten, die derzeit noch nicht vom Aussterben bedroht seien, empfindlich auf den Klimawandel - ebenso wie 41 Prozent der derzeit noch nicht bedrohten Amphibienarten.

Auch der Zustand der Artenvielfalt im Meer gibt nach Erkenntnissen der IUCN Anlass zu großer Sorge, weil die Ozeane überfischt, verschmutzt und die Küsten immer dichter bebaut werden. So seien mindestens 17 Prozent der 1045 bekannten Hai- und Rochenarten sowie mehr als zwölf Prozent der Zackenbarsche sowie sechs von sieben Meeresschildkrötenarten vom Aussterben bedroht - das gelte auch für mehr als ein Viertel der 845 Korallenarten.

Jean-Christophe Vie, Vizechef des Artenschutzprogramms der IUCN, forderte die Regierungen weltweit auf, das Artensterben ebenso ernst zu nehmen wie die Wirtschaftskrise. „Volkswirtschaften sind abhängig von der Vielfalt der Arten“, betonte Vie: „Wir können es uns im wahrsten Sinne des Wortes nicht leisten, sie zu verlieren.“

Nach Angaben der IUCN gelten von 44.838 Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste 869 entweder als ausgestorben oder als in freier Natur ausgestorben. Diese Zahl steige auf 1159, wenn 290 weitere akut gefährdete Arten eingerechnet werden, die möglicherweise ausgestorben sind.

Weltweit seien insgesamt mindestens 16.928 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste unterteilt gefährdete Arten in sieben Kategorien, die von „am wenigsten besorgniserregend“ bis „ausgestorben“ reichen.

afp