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Wissen „Nach der Geburt unserer Tochter bekam auch seine Geliebte ein Kind“
Mehr Welt Wissen „Nach der Geburt unserer Tochter bekam auch seine Geliebte ein Kind“
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19:06 28.09.2019
Markus gründete eine zweite Familie mit seiner Geliebten. Quelle: Skitterians/Pixabay
Hannover

„Markus war meine große Liebe. Wir waren schon in der Oberstufe mal ein Jahr lang ein Paar. Als ich 22 war, trafen wir uns wieder, verliebten uns erneut ineinander und zogen später in Berlin zusammen. Irgendwann erzählte er mir von einer ehemaligen Studienkollegin. Wenig später lernte ich Susanne auch selbst kennen. Ich fand sie sympathisch und wir unternahmen viel zusammen. Eines Abends waren die beiden alleine unterwegs, weil ich Überstunden machen musste. Als er nach Hause kam, gestand er mir, dass er und Susanne sich geküsst hätten. Ich sagte: ‚Warum erzählst Du mir das? Ich will dein schlechtes Gewissen nicht mit dir teilen.‘ Ein Kuss ist für mich kein Fremdgehen, aber ich sagte ihm, dass ich das nicht noch einmal akzeptieren würde. Er versprach es mir und ich glaubte ihm.

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„Wir hatten monatelang keinen Sex“

Kurze Zeit später kam unsere Tochter zur Welt. Etwa eineinhalb Jahre später trafen wir Susanne mit Mann und Kind wieder. Ihre Tochter Leni war vielleicht ein halbes Jahr jünger als unsere. Eigentlich fand ich sie nach wie vor nett – die unschöne Sache von damals schien ewig her und wir trafen uns wieder ab und zu. Die Beziehung zu Markus wurde dagegen schwieriger. Wir verstanden uns zwar auf partnerschaftlicher Ebene, aber hatten monatelang überhaupt keinen Sex. ‚Ich fühle mich wie eine Blume, die während der Blüte vertrocknet. Was ist los mit uns?‘, fragte ich ihn im Bett. Er versprach mir, im bevorstehenden Urlaub über alles zu sprechen.

„Susanne meint, Leni sei von mir“

Wenige Tage später reisten wir mit Freunden nach Saint-Tropez. Als Markus und ich morgens vom Bäcker zurück zum Ferienhaus liefen, nahm er mich in den Arm: ‚Susanne meint, Leni sei von mir.‘ Ich war wie versteinert. Es war alles so irreal. Die Sonne schien, das Meer rauschte und ich erfuhr, dass Markus mich nicht nur betrogen, sondern mit seiner Geliebten vielleicht auch noch ein Kind gezeugt hatte. Heute glaube ich, dass er diesen Moment sehr bewusst gewählt hat. Ein paar Meter weiter warteten unsere Tochter und viele Freunde auf uns. Er nahm mir so jede Möglichkeit, meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

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„Ich liebte diesen Mistkerl nach wie vor“

Einen Tag später reiste ich mit meinem Kind ab. Trotzdem hoffte ich, dass wir die Krise überstehen würden. Denn ich ging davon aus, dass Leni das Ergebnis eines einmaligen Ausrutschers war. Und etwas bremste den Impuls, Markus Koffer vor die Tür zu stellen. Er hatte mich schäbig hintergangen, das wog schwer. Aber wir hatten auch wunderbare Jahre und ein großartiges Kind zusammen. Ich wusste nicht, ob ich gehen oder bleiben sollte, denn ich liebte diesen Mistkerl nach wie vor. Markus kam kurze Zeit später nach Hause. Er bat mich immer wieder um Verzeihung und wir führten endlose Gespräche, weil ich ihm verzeihen wollte. Sogar noch als er zugab, sich häufiger mit Susanne getroffen zu haben.

„Leni ist tatsächlich seine Tochter“

Ich bestand auf einen Vaterschaftstest und auf professionelle Hilfe durch einen Mediator. Als der fragte, was wir uns wünschen, sagte ich zu Markus: ‚Dass du dich von Susanne trennst und wir eine Paartherapie machen.‘ Mit seiner Antwort besiegelte er das Ende unserer Liebe: ‚Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich will dich nicht noch mal enttäuschen.‘ Da zog ich endgültig den Schlussstrich. Markus und Susanne sind heute verheiratet, Leni ist tatsächlich seine Tochter. Ich bin auch wieder glücklich und verstehe mich gut mit Markus – vor allem unserer Tochter zuliebe.“

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