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Wissen Nach Aschewolke droht Algenblüte im Meer
Mehr Welt Wissen Nach Aschewolke droht Algenblüte im Meer
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17:58 17.05.2010
Der isländische Eyjafjallajökull spuckt bereits seit einem Monat Asche.
Der isländische Eyjafjallajökull spuckt bereits seit einem Monat Asche. Quelle: dpa
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Vulkanausbrüche können nach Auskunft Hamburger Forscher mit ihren Aschewolken Algenblüten im Meer verursachen und damit möglicherweise das Klima beeinflussen. Begrenzender Faktor für Algenwachstum in den Ozeanen ist oft ein Mangel an Eisen. „Eisensalze in der Vulkanasche könnten das Plankton zum Blühen bringen - und dabei größere Mengen CO2 binden“, teilte Bärbel Langmann vom Institut für Geophysik der Universität Hamburg am Montag mit. Die Algen nehmen Kohlendioxid auf und entfernen es so aus der Atmosphäre. Erste Ergebnisse der Untersuchungen erscheinen in den Fachmagazinen „Atmospheric Chemistry and Physics“ und „Journal of Geophysical Research“.

Langmann wies mit ihren Kollegen Klemen Zakrek und Prof. Matthias Hort nach, dass das Phänomen einer massiven Algenblüte im Golf von Alaska 2008 mit dem Ausbruch des Vulkans Kasatochi in Verbindung stand. Der Vulkan blies damals innerhalb von 24 Stunden mit der Asche genug Eisen aus, um für die beobachtete Algenblüte verantwortlich zu sein. Der isländische Eyjafjallajökull spuckt zwar bereits seit einem Monat Asche. Die Menge pro Zeiteinheit betrage jedoch weniger als ein Zehntel des Vulkans Kasatochi. Inwieweit ein erhöhter Ausstoß von Vulkanasche das Klima allgemein beeinflussen könnte, sollen weitere Untersuchungen an der Universität Hamburg zeigen. Eine Mess-Boje vor Alaska habe 2008 eine Abnahme des Treibhausgases Kohlendioxid im Meerwasser registriert.

dpa