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11:31 01.09.2010
Beim Mobbing nicht in die Opferrolle einfügen - rät Professor Wolfgang Gaebel.
Beim Mobbing nicht in die Opferrolle einfügen - rät Professor Wolfgang Gaebel. Quelle: dpa
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Wer sich am Arbeitsplatz gemobbt fühlt, sollte darüber nicht einfach hinwegsehen. Besser ist es, den oder die betreffenden Kollegen direkt anzusprechen - idealerweise zunächst unter vier Augen, rät Prof. Wolfgang Gaebel von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin. Das Gespräch unter vier Augen gebe dem Mobber die Chance, einzulenken und trotzdem das Gesicht zu wahren.

Zwar kostet es Überwindung, das Gespräch zu suchen. Andauerndes Mobbing zermürbt aber, warnt Gaebel. Wer es still über sich ergehen lässt, wird innerlich immer angespannter und hilfloser. Betroffene sollten sich auch fragen, warum sie sich bestimmte Dinge so zu Herzen nehmen und ob sie besonders sensibel für Konflikte und Herabsetzungen sind.

Gaebel rät außerdem, der Ursache für das Mobbing auf den Grund zu gehen. Oftmals richtet sich der Ärger des Verursachers eigentlich gegen den Chef, den Betrieb oder die eigene Lebenssituation, der Gemobbte ist nur ein „Ersatzziel“. Diese Erkenntnis löst den Konflikt zwar nicht, aber sie trägt dazu bei, sich weniger persönlich bedroht zu fühlen.

Mobbing kann zu Kopfschmerzen, Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich oder dem Herz-Kreislauf-System sowie zu Depressionen und Arbeitsunfähigkeit führen. Im schlimmsten Fall kann es Selbsttötungen nach sich ziehen.

dpa