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Wissen Verletztes Rückenmark zusammengeflickt
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15:22 21.10.2014
Mit Gehhilfen kann sich Darek Fidyka nun wieder allein fortbewegen, nachdem sein Rückenmark mit einer neuartigen Zelltherapie behandelt worden ist. Quelle: afp
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Warschau/London

Einer der beteiligten britischen Wissenschaftler nannte den Erfolg "beeindruckender als ein Mond-Spaziergang".

Fidyka war seit einer Messerattacke vor vier Jahren von der Brust abwärts gelähmt. Nun kann er sich mit einer Gehhilfe wieder selbst fortbewegen, die Beine langsam voreinander setzen. "Wenn Du die Hälfte Deines Körpers nicht spüren kannst, bist Du hilflos, verloren", sagte Fidyka dem britischen Rundfunk BBC. "Wenn es beginnt, zurückzukommen, fühlst Du Dich, als würdest Du Dein Leben noch mal von vorne beginnen. Wie eine Wiedergeburt, es ist ein unglaubliches Gefühl."

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Polnische Chirurgen verpflanzten bestimmte Stützzellen des Geruchssinns (olfaktorische Hüllzellen) in seine Wirbelsäule. Sie wirkten nach den Worten des britischen Forschers Geoffrey Raisman vom Londoner University College als "Brücke", über die das durchtrennte Gewebe zusammenwachsen konnte. Andere Experten warnten aber eindringlich vor verfrühten Hoffnungen und sprachen von einem Einzelfall.

"Wir haben ein Prinzip geschaffen, wonach Nervenzellen wieder wachsen und ihre Funktion wieder übernehmen können, wenn wir ihnen eine Brücke bauen", erklärte dagegen Geoff Raisman vom Neurologie-Institut des Londoner University College. Der Durchbruch sei beeindruckender als wenn ein Mann auf dem Mond spazieren gehe. "Ich glaube, das ist der Augenblick, in dem eine Lähmung rückgängig gemacht werden kann."

Die Methode hatte Raisman mit seinem Team entwickelt, nun hat sie den Angaben zufolge erstmals außerhalb des Labors bei einem Menschen Erfolg gehabt. Entscheidend sei, dass die Nervenfasern in der Nase das ganze Leben lang wachsen und sich regenerieren könnten, sagte Raisman der BBC. "Das Konzept war, etwas aus dieser Region, der Nase, zu nehmen, und diese Zellen in eine Region zu verpflanzen, in der sich die Fasern nicht erneuerten - das ist das Rückenmark."

Die Regeneration eines verletzten Rückenmarks galt viele Jahre lang als unmöglich. "Es ist erstaunlich zu sehen, wie es nun Wirklichkeit wird", sagte Pawel Tabakow, Neurochirurg an der Breslauer Universität, wo die Transplantation vorgenommen wurde. Die Wissenschaftler planen jetzt klinische Versuche mit zehn weiteren Patienten in Großbritannien und Polen.

An Tieren war die Methode schon erprobt worden. Robin Franklin, der sie an der Universität Cambridge an Dackeln getestet hat, bezeichnete die Ergebnisse des Fachartikels gegenüber der "Times" als "ziemlich spektakulär" und ermutigend. Allerdings wisse man erst, wie gut sie wirklich funktioniere, wenn es weitere Studien dazu gebe. Simone Di Giovanni vom Imperial College London kritisierte, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis gebe, dass die verpflanzten Zellen für die Fortschritte des Patienten verantwortlich seien.

afp/dpa

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