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Wissen „Meine beste Freundin spannte mir den Mann aus“
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20:59 20.09.2019
Unbeschreiblicher Schmerz: Wer betrogen wurde, braucht mitunter mehrere Jahre, um wieder Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen. Manchmal ist auch eine Therapie nötig.

„Plötzlich schrillten alle Alarmsignale in meinem Inneren. Konnte das sein, was ich gerade gespürt hatte, oder bildete ich mir alles nur ein? Wir saßen mit unseren Freunden zusammen und redeten über unsere letzte gemeinsame Reise nach Madrid. Als ich Jenny etwas fragen wollte, fiel mir das erste Mal auf, wie sie meinen Mann Thomas ansah. Nur einen Moment, aber ich hatte sofort das Gefühl, dass es mehr war als ein freundschaftlicher Blickkontakt. Oder war ich zu empfindlich? Schließlich zählte Jenny seit Jahren zu meinen engsten Freundinnen.

Wir waren Freunde, Eltern und ein Paar

Wir trafen uns fast täglich mit den Kindern und besprachen alles: wie es im Job, mit den Kindern und natürlich auch mit unseren Männern lief. Damals waren Thomas und ich elf Jahre zusammen. Zu Hause fragte ich ihn direkt: „Sag mal, ist da was zwischen dir und Jenny?“ Er schaute mich verdattert an und stritt alles ab. Und ich glaubte ihm, weil ich ihm glauben wollte. Allein der Gedanke war so unvorstellbar und unsere Ehe doch in Ordnung! Keine Frage, wir waren sehr unterschiedlich. Ich hatte ständig Hummeln in Hintern, Thomas blieb gern zu Hause. Doch auch dafür liebte ich ihn: Er war mein Fundament und Ruhepol. Klar flogen auch mal die Fetzen, Zweifel am Großen und Ganzen gab es jedoch nie bei mir. Wir waren Freunde, Eltern und immer noch ein Paar.

In den nächsten Monaten zog sich Jenny mehr und mehr zurück. Und wieder keimte dieser Verdacht in mir auf. Irgendwann fasste ich mir ein Herz und fragte sie. Auch sie stritt alles ab und vertraute mir an, dass sie sich von ihrem Mann trennen würde. Ich kam mir so schäbig vor: Meine Freundin machte schwere Zeiten durch, und ich verdächtigte sie, eine Ehebrecherin zu sein. Abends erzählte ich Thomas traurig von Jennys Entscheidung. Erst schwieg er, dann gestand er: „Claudia, du hattest recht. Jenny und ich hatten eine Affäre, deswegen trennt sie sich von Henning. Aber es ist jetzt vorbei.“

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Nach der Beichte war ich fassungslos

Seine Worte hörten sich wie eine fremde Sprache an, es dauerte, bis ich den Sinn verstand. Ich weiß noch, wie ich rausrannte, ins Auto sprang und schluchzend durch unsere Kleinstadt fuhr. Stunden später beichtete er, dass die beiden sich schon lange immer mittags zum Sex getroffen hatten. Ich war fassungslos. Wie oft war Jenny danach zu mir gekommen, um einen Kaffee zu trinken? Es tat so weh, von den wichtigsten Menschen betrogen worden zu sein, so systematisch und kalkuliert. Ich wollte schreien, Jenny zur Rede stellen, doch ich war wie betäubt.

Es tat so weh, von den wichtigsten Menschen betrogen worden zu sein, so systematisch und kalkuliert.

Als ich am nächsten Morgen die Kinder zur Schule gebracht hatte, brach ich zusammen. Wie ein Embryo lag ich auf den Küchenfliesen und weinte. Mehrmals rief ich in den nächsten Tagen Jenny an, um mit ihr zu reden, aber sie legte einfach auf. Die folgenden Wochen waren wie eine Achterbahnfahrt. Trotz der schlimmsten Krise in unserer Ehe waren Thomas und ich uns so nah wie lange nicht mehr. Er war aufmerksam, ich kochte ständig seine Lieblingsgerichte, und wir schliefen sogar oft zusammen. Dennoch fühlte ich mich innerlich zerstört, konnte kaum etwas essen und nahm 15 Kilo ab.

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Erst die Zeit und eine Therapie brachten das Vertrauen wieder

Alles schmeckte nach Abschied. Nach einigen Monaten hörte ich, wie Thomas und Jenny leise miteinander telefonierten. Die gerade verschorfte Wunde riss wieder auf – und ich zog endlich den Schlussstrich. Thomas zog aus. Meine erste Beziehung nach der Trennung scheiterte nach einem Jahr. „Du hast mich nie ganz in dein Herz gelassen“, erklärte mir mein damaliger Freund. Und er hatte recht.

Ich brauchte Jahre und eine Therapie, um wieder Vertrauen in andere Menschen zu haben. Und ich bedauere, dass ich damals nicht mal ausgerastet bin, das wäre besser für meinen Heilungsprozess gewesen. Trotzdem finde ich heute, dass ich am besten aus der Situation herausgekommen bin. Meine Kinder und mich hat der Albtraum noch stärker zusammengeschweißt. Thomas ist zwar noch mit Jenny zusammen, aber die Beziehung soll schwierig sein. Ich bin dagegen frisch verliebt und sehr glücklich mit meinem neuen Partner.

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RND/aufgeschrieben von Stephanie Arndt

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