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Wissen „Flugscham“: Wie das Fliegen grüner werden kann
Mehr Welt Wissen „Flugscham“: Wie das Fliegen grüner werden kann
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18:07 26.04.2019
Mehrere Airlines testen das Biokerosin seit einigen Jahren – noch wird herkömmlicher Flugzeugsprit beigemischt. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Berlin

Ein neues Wort aus Schweden geht um die Welt: Flugscham (Original: Flygskam). Damit gemeint ist die Scham, ein Flugzeug zu benutzen, weil dies der Umwelt schadet. Die Wortneuschöpfung hat sich während der Proteste gegen den Klimawandel in Schweden geformt. Unter dem Hashtag „Flygskam“ erklären aktuell immer mehr schwedische Politiker und Prominente, auf Flugreisen zu verzichten und die Bahn zu nehmen – so wie Greta Thunberg. Statt mit dem Flieger ins Ausland zu reisen, fährt auch der schwedische Urlauber, bis vor kurzem Vielflieger, jetzt entweder mit dem Zug oder mit dem E-Auto in die Ferien oder radelt durchs Land. Der „Fridays-for-Future“-Nachwuchs will es so.

Das setzt die Flugzeugbranche zunehmend unter Druck. Der schwedische Flughafenbetreiber Swedavia AB verzeichnet seit sieben Monaten in Folge einen Rückgang der Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr, berichtet das Luftfahrtmagazin „Aero“. Im vergangenen Jahr habe Schweden das schwächste Passagierwachstum seit mehr als einem Jahrzehnt verbucht. Dagegen seien die Passagierzahlen der staatlichen Bahngesellschaft SJ 2018 auf einen Rekordwert von 32 Millionen gestiegen. Airlines und Flughafenbetreiber sind nun bemüht, ihre Klimabilanz schleunigst auf Vordermann zu bringen. Die schwedisch-dänisch-norwegische SAS etwa verjüngt ihre Flotte und versucht, öfter Bio-Treibstoff zu tanken, wie sie gegenüber „Aero“ erklärte.

Vision vom DLR: Das „Zero Emissions“-Flugzeug

Die Forschung für emissionsarme Flugzeugkonzepte läuft indes auf Hochtouren. „Das zunehmende Umweltbewusstsein der Menschen fordert ein Umdenken, wenn die Mobilität in der Luft auch in Zukunft noch eine der Grundlagen zum Funktionieren der modernen Gesellschaft sein soll“, sagte Prof. Klaus Henke, Vorstand für Luftfahrtforschung und -technologie beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Die klassische Luftfahrt auf Basis von fossilen Kraftstoffen sei heute technologisch fast optimiert, sagt Henke. Möglichkeiten, den Luftverkehr umweltverträglicher zu gestalten, seien deshalb der Einsatz alternativer Treibstoffe bis hin zu dessen Elektrifizierung oder die Hybrid-Variante. Die Vision des DLR heißt: „Zero Emissions“-Flugzeug.

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Lufttaxis und Lieferdrohnen werden erprobt

Im weniger komplexen Transportwesen ist man schon weiter: Die Flugzeugbauer Boeing und Airbus planen, dass schon Mitte des nächsten Jahrzehnts elektrische Lufttaxis durch Millionenstädte rattern, als Alternative zu Taxis, Bussen und U-Bahnen. Andere Unternehmen erproben den großflächigen Einsatz von Logistik- oder Lieferdrohnen.

Die von Airbus als Handout zur Verfügung gestellte Computergrafik zeigt eine „CityAirbus“ genannte elektrobetriebene, drohnenähnliche Flugmaschine mit vier Sitzplätzen und acht Rotoren. Quelle: AIRBUS

Großversuche beim DLR mit alternativen Treibstoffen hätten zudem gezeigt, dass diese nicht nur die CO2-Bilanz im Flugverkehr verbesserten. Auch der Anteil von Rußpartikeln an den Emissionen könnte gesenkt werden. Das höchste Potenzial sehen die Forscher längerfristig in synthetischen Kraftstoffen.

Kerosin aus Fettresten und Abfällen

In Finnland, gut eine Autostunde östlich von Helsinki entfernt, setzt das Mineralöl- und Biokraftunternehmen Neste seit Längerem auf grünen Treibstoff aus Abfällen. Der besteht aus Fettresten von Industrieküchen, Abfällen aus der Pflanzenölindustrie oder Schlachthöfen und Fischfabriken und ist schon jetzt Basis für die Hälfte des erneuerbaren Diesels. Auch Flugzeugtanks können damit befüllt werden, Fluglinien wie Lufthansa und KLM testen das Biokerosin seit einigen Jahren – noch wird herkömmlicher Flugzeugsprit beigemischt. Auch ist das Biokerosin noch drei bis viermal so teurer wie herkömmlicher Flugkraftstoff.

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Von Sonja Fröhlich/RND

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