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Wissen Klimaforscher: Dieser Winter ist ganz normal
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12:49 16.02.2010
So viel Eis gab es in Hannover lange nicht mehr: Auf den Fußwegen ist vorsicht angesagt. Quelle: Archiv
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Der Winter ist dieses Jahr zwar relativ lang, aber nicht rekordverdächtig kalt. In einigen nördlichen Erdregionen sei es sogar weit wärmer als normal, sagte der Hamburger Klimaforscher Hartmut Graßl. Im Westen der USA sei es außergewöhnlich mild. „Und das Ochotskische Meer zwischen Ostsibirien und der Halbinsel Kamtschatka hat so wenig Meereis wie seit Beginn der Satellitenmessungen 1978 noch nie.“ Auch in Grönland sei es nicht ungewöhnlich kalt, ergänzte der Professor vom Max-Planck-Institut für Meteorologie.

„Und selbst der deutsche Winter ist weit weg von einem Rekord. 1962/63 sind Wagemutige mit dem Auto über den Bodensee gefahren. Andere sind über den Rhein spaziert“, sagt Graßl. Die Winter 1996/97, 1946/47 und 1939/40 seien ebenfalls sehr kalt gewesen. „Der diesjährige Winter ist nichts besonderes“.

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„Wir haben eine für kältere Winter typische Luftzirkulation. Das winterliche Hoch über Russland ist sehr stark, das ist im Winter normal.“ Dadurch ströme kalte Luft öfters nach Mitteleuropa. „Die derzeitige niedrige Temperatur in Mitteleuropa sei aber keinerlei Hinweis auf fehlende globale Erwärmung. Einer jüngsten Studie zufolge sei es in den Jahren von 1997 bis 2007 weltweit so warm wie in keiner Dekade zuvor gewesen.

John Christy von der Universität Alabama in Huntsville hat für den Januar einen weltweiten Wärmerekord errechnet: Nach seinen Satellitendaten ist die Januar-Temperatur von null bis 8 Kilometer über dem Meeresspiegel weltweit die höchste seit Beginn der Satelliten-Messungen von 32 Jahren, wie die Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ kürzlich berichtete.

dpa