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Wissen Kita, Krippe & Co. – So bereiten Sie Ihr Kind vor
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12:18 30.07.2019
Im Kindergarten lernen Kinder, dass es auch andere Regeln gibt, als nur die von Mama. Diese Erkenntnis ist wichtig für die weitere Entwicklung. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Der lang umkämpfte Krippen- oder Kitaplatz ist endlich bestätigt, der erste Besuch ist geplant, die Zeiten abgesprochen: Doch was ist nötig, um die ersten Tage in die Kindertagesstätte möglichst angenehm zu gestalten und wie bereiten Sie Ihr Kind auf die Situation, neue Freunde und andere Regeln vor?

Kindesalter: Krippe oder Kindergarten

Wenn der Entschluss getroffen ist, dass das Kind in die Kita soll, ist dies immer ein großer Schritt. Das Alter des Kindes spielt dabei eine wichtige Rolle. In der Krippe werden Kinder betreut, die unter drei Jahren sind. Der Bedarf hierfür wächst, laut eines Berichts des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, jährlich. Kinder ab drei Jahren gehen üblicherweise bis zur Einschulung in den Kindergarten.

Carola Kammerlander, Pädagogische Geschäftsführerin des Netzwerkes Konzept-e, weist darauf hin, dass die Eingewöhnung im Kindergarten vom Alter des Kindes abhängt und individuell gestaltet werden muss. Konzept-e ist Mitglied im Deutschen Kitaverband und betreut rund 2.500 Kinder.

Loslassen können: Früh übt sich

Die Kindertagesstätten bieten für Kita-Neulinge sogenannte Eingewöhnungstage an. An diesen Tagen soll sich das Kind an die neue Situation gewöhnen – anfangs nur sehr kurz und in Begleitung eines Elternteils, später dann immer etwas länger und allein. Diese Phase wird dem Kind viel leichter fallen, wenn es Situationen kennt, in denen die Eltern nicht da sind und es von anderen Menschen betreut wird. Das können Freunde sein, die sich für einige Stunden um das Kind kümmern oder auch ein erfahrener Babysitter.

Ziel ist es nicht nur, dem Kind klarzumachen, dass es auch bei anderen Menschen gut aufgehoben ist, sondern vor allem auch, dass Mama oder Papa nach einer gewissen Zeit wiederkommen. Mit etwas Übung weiß das Kind dann auch im Kindergarten, dass es in Ordnung ist, wenn die Eltern vorübergehend nicht da sind. „Das Kind muss die Erfahrung haben, dass es sich auf die Eltern verlassen kann – das funktioniert nur durch eine grundsichere Bindung“, sagt Kammerlander. Ganz wichtig sei es auch, dass die Eltern sich immer verabschieden. Nur so könne das Kind den Prozess verstehen, dass die Eltern auch wiederkommen.

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Mitbringsel: Ein Stück Zuhause in der Kita

In vielen Fällen sind die Abschiede am Anfang trotz allem tränenreich. Das ist aber normal und zeigt nicht, dass es dem Kind schlecht geht. Trotzdem sollten Eltern sich nicht einfach umdrehen und gehen, aber in vielen Fällen gilt: Je länger der Abschied dauert, desto schwerer wird es. „Das Kind soll verstehen, dass auch die Eltern mit der Kita etwas Positives verbinden – wenn die Eltern also zögern und traurig sind, spürt es das natürlich auch“. Helfen kann ein Kuscheltier oder ähnliches, dass an die Eltern oder das Zuhause erinnert.

Üben: Spielzeug mit anderen Kindern teilen

Schon vor dem ersten Tag in der Kita sollte das Kind dafür sensibilisiert werden, dass es bereit sein muss, Spielzeug zu teilen – das ist auch spielerisch möglich. Generell wird es nötig sein, dem Kind klarzumachen, dass es auch in der Kindertagesstätte Regeln gibt, an die es sich halten muss.

Um dem Ganzen die Schärfe zu nehmen, können die Regeln als Spielregeln verpackt werden. Grundsätzlich sollte aber im Vordergrund stehen, dass es in der Kita vor allem ums Spielen und Spaß haben geht, damit das Kind mit der Kindertagesstätte etwas Positives verbindet. Eine altersgerechte Annäherung an den Kindergarten ist auch durch Spiele oder Bücher möglich.

Kleine Kinder: Lernen nur durch Erfahrungen

Gespräche sollten sich ausschließlich an ältere Kinder richten, denn ein einjähriges Kind kann damit erst einmal nicht viel anfangen und fühlt sich dadurch vielleicht sogar überfordert. „Kleine Kinder müssen einfach lernen, wie es im Kindergarten abläuft, das funktioniert nur durch Erfahrungen“, weiß Kammerlander von Konzept-e. „Die Kinder müssen vor allem lernen, dass sie in einer sicheren Umgebung sind und sich auch auf die Erzieher verlassen können.“ Die Auseinandersetzung mit anderen Kindern sei ebenfalls normal und würde nur Schritt für Schritt funktionieren.

Gerne mithelfen: Selbst ist das Kind

Im Kindergarten ist es oft die Aufgabe der Kinder, beim Aufräumen oder Tischdecken mitzuhelfen, um die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern. Kennt ein Kind diese Tätigkeiten schon von Zuhause, werden ihm diese leichter fallen.

Ebenso ist es mit dem An- und Ausziehen. Kann ein Kind schon alleine die Jacke schließen? Wenn nicht, lässt sich das sehr gut zuhause üben – gleiches gilt für das Schuhe schnüren. Im Internet finden sich Videos mit Anleitungen und Liedern, die Kindern diese Aufgabe leichter machen sollen.

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Stressfreier Morgen: Genug Zeit einplanen

Auch frühes Aufstehen will gelernt sein – nicht jedem Kind fällt das leicht. Morgendlicher Stress ist nicht nur für Eltern, sondern auch für Kinder ein schlechter Start in den Tag. Um herauszufinden, wann die beste Aufstehzeit ist, sollte schon vorab gecheckt werden, wie lange der Sprössling zum Beispiel für Frühstück, Morgentoilette und zum Anziehen braucht.

Einkaufen: Vorfreude ist die schönste Freude

Um in Kindern die Vorfreude auf den Besuch der Kindertagesstätte zu wecken, ist es ein schönes Ritual, bestimmte Vorbereitungen zusammen zu treffen. Der Kauf einer schönen Tasche mit passender Brotdose etwa kann die Vorfreude des Kindes auf die Kita erheblich steigern.

Check: Was das Kind in der Kita braucht

In den meisten Kindergärten sollen die Kinder nur Hausschuhe tragen. Wichtig ist, dass sie gut sitzen, dem Kind gefallen und im Kindergarten bleiben können. Stoppersocken werden von den Kindergärten oft wegen der Rutschgefahr nicht gerne gesehen. Da auch sportliche Aktivitäten zum Kitaalltag gehören, benötigen die Kinder Sportsachen – am besten in einem separaten Turnbeutel. Auch hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Sporthose und T-Shirt gut passen und sich das Kind wohlfühlt.

Auch bei schlechterem Wetter oder leichtem Regen gehen die Erzieher gerne mit den Kindern in den Außenbereich der Kitas. Eine Matschhose, Regenjacke mit Kapuze und Gummistiefel gehören daher zur Grundausstattung für jedes Kindergartenkind. Kinder unter drei Jahren benötigen bei vielen Kitas zusätzlich noch Windeln und Feuchttücher. Wichtig ist, alle persönlichen Sachen des Kindes mit dem Namen zu versehen.

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Von Heidi Becker/RND

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