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Wissen Kava Kava-Boom: Was hat es mit der neuen Modedroge auf sich?
Mehr Welt Wissen Kava Kava-Boom: Was hat es mit der neuen Modedroge auf sich?
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21:16 14.02.2020
Kava Kava wird vor der Zubereitung pulverisiert (Symbolbild). Quelle: pixabay.com/jwvein

Kava Kava hat einen regelrechten Siegeszug von Südsee bis Nordamerika angetreten, wie ein Artikel im "Guardian" beschreibt. Kava Kava bezeichnet ein Wurzelextrakt, der aus der auch als Rauschpfeffer bekannten Pflanze gewonnen wird. Auf Fidschi und mittlerweile auch in New York gibt es richtige Kava-Bars, in denen nach dem Feierabend ein mit Kava versetztes Getränk aus halben Kokosnüssen getrunken wird.

Das Getränk hat eine beruhigende Wirkung. Dass man mit dem Pflanzenextrakt jedoch vorsichtig umgehen sollte, verrät schon der deutsche Begriff „Rauschpfeffer" und auch die Risikobewertung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte - das hat im Dezember 2019 nämlich die Zulassung für Medikamente widerrufen, die auf dieser Pflanze basieren.

Was genau ist Kava Kava?

Kava Kava erkennt man an seinen herzförmigen, saftig grünen Blättern. Die werden jedoch selten genutzt, denn das Pflanzenextrakt wird meist aus der Wurzel gewonnen. Die Wurzel wird getrocknet und anschließend pulverisiert, um dann weiterverwendet zu werden. Neu ist die Verwendung dieser Pflanze nicht: Laut gesundheit.de wird Kava Kava schon seit 3000 Jahren als Entspannungsmittel verwendet, vor allem als Bestandteil religiöser und spiritueller Rituale im Südsee-Raum.

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Wie wird Kava Kava verwendet?

Die pulverisierte Wurzel wird meist mit Wasser oder Alkohol aufgegossen. Das Wasser kann dabei warm oder kalt sein. In spirituellen Ritualen wurde die Wurzel oft gekaut, um so an das Extrakt zu kommen. Die Wirkung kann sich dadurch stärker entfalten. In Deutschland war Kava Kava während seiner Zulassung vor allem in Kapselform als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Dabei wurde es gelegentlich als Entzugsunterstützung bei Therapien verwendet, zum Beispiel bei der Behandlung von Alkoholikern. Laut „Guardian" konsumieren manche Fidschi-Bewohner Kava Kava so, wie in Deutschland das Feierabend-Bier zelebriert wird: Sie treffen sich in Fidschi-Bars mit Freunden nach der Arbeit. Das erklärt auch ein regelmäßiger Besucher der Bar „Kava Bure": „Kava Bure ist ein Ort, an dem ich einfach sitzen und entspannen kann - zusammen mit meinen Freunden nach einem langen Arbeitstag. Normalerweise sind wir dort und genehmigen uns ein paar Schälchen", erzählt Ropate Valemei gegenüber dem „Guardian".

Und die leichte Droge ist nicht mehr nur im pazifischen Raum beliebt. In den USA gibt es schon rund 100 Kava-Kneipen und auch Australien soll die Importzulassung der potenten Wurzel vorbereiten. Die Nachfrage steigt konstant, wie man auch in den sozialen Netzwerken sehen kann.

Welche Wirkung hat Kava Kava?

Erdig und stark soll der Geschmack von Kava Kava sein. Durch die Verwandtschaft zu den Pfeffergewächsen begleitet das Kava-Kava-Getränk außerdem ein scharfer Nachgeschmack. Für Kava-Anfänger hat das Getränk ein unmittelbares Taubheitsgefühl zur Folge, das sich vom Mund in den gesamten Körper ausbreiten kann und von der Entspannung des gesamten Körpers gefolgt ist. Mit jeder Schale wird die Wirkung stärker. Geübte Trinker auf Fidschi können Kava Kava über mehrere Stunden konsumieren, manche sogar täglich.

Als „milde Psychodroge" wird Kava Kava laut dem Gesundheitsportal außerdem bei Angststörungen oder Unruhezuständen eingesetzt und soll außerdem eine muskelentspannende, antidepressive Wirkung haben.

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Welche Risiken birgt die Einnahme von Kava Kava?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt bei der Einnahme von Kava-Kava-Produkten vor schweren Leberreaktionen. Außerdem können Magen-Darm-Beschwerden, Hautrötungen oder Juckreiz auftreten. Nicht umsonst wird Kava Kava als Psychodroge bezeichnet und birgt daher Risiken, die eine Gefährdung der Gesundheit darstellen können. Kava-Präparaten, die in der Apotheke erhältlich waren, wurde im Dezember 2019 die Zulassung entzogen. Das ordnete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an.

Von Katharina Stork/RND

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