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Wissen Immer noch viele Tote durch Wodka
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08:59 31.01.2014
Quelle: dpa (Symbolbild)
Moskau

Übermäßiges Wodkatrinken bleibt in Russland trotz neuer Anti-Alkohol-Gesetze weiter eine der Hauptursachen für extrem hohe Todeszahlen unter jungen Männern. Eine groß angelegte Studie internationaler Forscher bestätigt, dass gegenwärtig rund 25 Prozent der russischen Männer vor dem Alter von 55 Jahren sterben – im Vergleich zu 7 Prozent etwa in Großbritannien. Die Todeszahlen in Russland sind weiter hoch, obwohl etwa Preise für Wodka erhöht und ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol eingeführt worden waren. Für die Studie untersuchten die Forscher das Trinkverhalten von 151.000 Russen und präsentieren die Ergebnisse im Fachjournal „The Lancet“.

Im Zeitraum von zehn Jahren seien von dieser Untersuchungsgruppe rund 8000 Menschen gestorben. Rauchende Männern im Alter von 35 bis 54 Jahren, die mehr als anderthalb Liter Wodka pro Woche trinken, haben nach Berechnungen der Forscher ein vorzeitiges Sterberisiko von etwa 35 Prozent. Unter weniger starken Trinkern war dieses deutlich niedriger.

Ein Zusammenhang zwischen der hohen Sterblichkeit in Russland und Alkohol ist seit langem wissenschaftlich belegt. Mehr als die Hälfte der Todesfälle bei Russen im Alter zwischen 15 und 54 Jahren sind auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen, hatten Forscher in einer Studie vom Jahr 2009 („The Lancet“) festgestellt.

Der deutsche Experte Jürgen Rehm vom kanadischen Center for Addiction and Mental Health in Toronto (Zentrum für Sucht und geistige Gesundheit) wies darauf hin, dass die durchschnittliche Alkoholmenge allein oft nicht die hohe Todesrate erkläre, sondern vor allem auch die extrem starken einzelnen Besäufnisse. „Da die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern in Russland immer noch bei nur 64 Jahren liegt (...), ist eine effektive Alkohol- und Tabakpolitik dringend notwendig“, sagte Rehm der Pressemitteilung von „The Lancet“ zufolge. Die Lebenserwartung zähle zu der niedrigsten weltweit.

Die hohe Todesrate unter Männern mit hohem Wodkakonsum ist nach Studienangaben vor allem auf Alkoholvergiftung, Unfälle, Gewalt und Selbsttötung zurückzuführen, aber auch auf Krankheiten wie etwa Leberkrebs und Lungenleiden. „Natürlich gibt es auch Problemtrinkerinnen, aber das Problem liegt schon vorwiegend bei Männern“, sagte Rehm auf Frage der Nachrichtenagentur dpa.

Der Studienleiter David Zaridse vom Russischen Krebsforschungszentrum in Moskau betonte, dass die 2006 in Russland eingeführten Alkoholkontrollen sich positiv ausgewirkt hätten. Die Wissenschaftler erinnerten daran, dass die restriktive Alkoholpolitik unter Kremlchef Michail Gorbatschow in den 1980er Jahren den Konsum um 25 Prozent gesenkt habe – und in der Folge auch die Todeszahlen.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus dagegen hätten die Menschen dann wieder sehr viel mehr getrunken, was vor allem unter Präsident Boris Jelzin wieder zu einem Anstieg der Todeszahlen geführt habe. „Die Trinkkultur von einem eher dörflichen Lebensstil hat sich in die Moderne gerettet“, sagte Rehm der dpa. „Alkohol ist aber jetzt viel billiger und so entsteht mehr Schaden.“

Die russische Führung hat angesichts dramatischer demografischer Probleme inzwischen auch weitreichende Rauchverbote erlassen und untersagt Werbung für Suchtmittel. Doch die starke russische Alkohollobby etwa erschwert diesen Kampf, wie Experten betonen.

dpa

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