Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Hälfte aller Hai- und Rochenarten im Mittelmeer ist bedroht
Mehr Welt Wissen Hälfte aller Hai- und Rochenarten im Mittelmeer ist bedroht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 12.07.2019
Ein palästinensischer Fischer bietet Haie am Hafen von Gaza zum Verkauf an. Quelle: Ashraf Amra/APA Images/ZUMA/dpa
Berlin/Hamburg

Mehr als die Hälfte aller Hai- und Rochenarten im Mittelmeer ist nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF bedroht. Ein Drittel sei bereits „bis an den Rand der Ausrottung befischt“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten WWF-Bericht. Der besorgniserregende Zustand dieser Raubfische signalisiere klar, dass die Gesundheit des Mittelmeers insgesamt schwinde. Überfischung sei die größte Bedrohung. Gefährdet sind im Mittelmeer laut WWF 23 Hai- und 16 Rochenarten – und damit rund 53 Prozent. Weltweit seien 17 Prozent der Hai- und Rochenarten bedroht.

Der WWF fordert ein besseres Management und die Regulierung der Hai-Fischereien, vor allem die Umsetzung bereits bestehender Schutzmaßnahmen. Insbesondere geschützte Arten sowie stark gefährdete Arten seien auf die rigorose Umsetzung angewiesen. „Die Datenaufnahme und Kontrolle von Fängen muss verbessert, Beifänge reguliert und besonders wichtige Lebensräume, wie Geburts- und Aufzuchtgebiete geschützt werden“, betonte der WWF.

Lesen Sie hier:
Artensterben – Sind wir noch zu retten?

Situation hat sich in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert

Seit der letzten Bestandsaufnahme vor zehn Jahren habe sich die Situation verschlechtert: „Das Mittelmeer ist für Haie und Rochen ein gefährlicher Lebensraum geworden“, warnt Heike Zidowitz, Hai-Expertin beim WWF Deutschland. Der Mensch habe seit Tausenden von Jahren eine enge kulturelle und fischereiliche Beziehung zu diesen Arten im Mittelmeer. „Jetzt drohen sie unter dem Druck der Fischerei zu verschwinden.“

Während Dorn- und Glatthaie noch gezielt befischt werden, enden andere Arten häufig als lukrativer Beifang. Alle Fischereimethoden sind laut WWF mitverantwortlich: Die im Mittelmeer vom Aussterben bedrohten Blauhaie endeten massenhaft an den kilometerlangen Köderleinen für Schwert- und Thunfisch. Ringwadennetze, mit denen Schwärme von Blauflossenthun umzingelt werden, fangen manchmal auch den geschützten Weißen Hai.

Plastikmüll – unterschätzte Gefahr für Haie

In Schleppnetzen seien regional bis zu 74 Hai- und Rochenarten nachgewiesen worden. Auch die Sportfischerei habe nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf mindestens 20 Prozent der Arten. Verbreiteter Etikettenschwindel verschärfe die Bedrohung noch: „Das Fleisch von Haien wird oft als hochpreisiger Schwertfisch verkauft. Viele Konsumenten bemerken diesen Betrug gar nicht“, berichtete Zidowitz.

Plastikmüll sei eine weitere für Haie unterschätzte Gefahr, wie eine gerade veröffentlichte Studie zeige. Auch Haie verhedderten sich in treibendem Kunststoffmüll und verendeten oft qualvoll, so Zidowitz. Das Mittelmeer sei eines der am stärksten mit Plastikmüll verschmutzen Meere. Einer weiteren Studie zufolge hatte mehr als ein Viertel der untersuchten Blauhaie Plastikteile verschluckt.

Lesen Sie hier:
Warum Plastikmüll für Wale so gefährlich ist

Im Mittelmeer leben mehr 80 Hai- und Rochenarten

Mehr als 80 Hai- und Rochenarten leben inzwischen im Mittelmeer, ein Teil ist dort aber nicht heimisch und wurde daher für den WWF-Bericht nicht bewertet. Zu den meistbedrohten Arten gehören Mako-, Blau-, Herings- und Hammerhai sowie alle drei Engelhaiarten und der Weiße Hai. Von den Rochenarten sind Schmetterlings-, Glatt- und Sägerochen am stärksten gefährdet.

Hauptfangländer sind Libyen (4260 Tonnen) und Tunesien (4161 Tonnen). Sie fischen etwa dreimal so viel Hai wie Italien (1347 Tonnen) und Ägypten (1141 Tonnen).

Von RND/dpa

Gegen das Treiben krankhafter Tiersammler vorzugehen, ist schwierig. Diese Menschen leben mit einer psychischen Störung und sehen das Leiden ihrer Tiere nicht.

12.07.2019

Pflanzendrinks, insbesondere mit Hafer, erleben derzeit einen Boom. Ganz vorne mit dabei: der schwedische Hersteller Oatly. Doch was steckt dahinter – und was darin?

15.07.2019
Wissen Ehrung für „Astro-Alex“ - Astronaut Alexander Gerst wird Doktor

Einmal zum Weltraum und zurück: Alexander Gerst studierte in Karlsruhe Geophysik - nun ist „Astro-Alex“ wieder an seiner früheren Ausbildungsstätte. Als Ehrendoktor.

12.07.2019