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19:53 27.01.2020
Der Gastronomieführer "Guide Michelin" hat bekannt gegeben, welche französischen Toprestaurants sich mit drei Sternen schmücken können.
Der Gastronomieführer "Guide Michelin" hat bekannt gegeben, welche französischen Toprestaurants sich mit drei Sternen schmücken können. Quelle: Christian Böhmer/dpa
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Paris

Der Gastronomieführer Guide Michelin hat im Stammland Frankreich drei Toprestaurants mit einem dritten Stern ausgezeichnet. Unter anderen stieg der für Fisch- und Meeresspezialitäten bekannte Christopher Coutanceau aus der Hafenstadt La Rochelle in die Spitzenliga der französischen Gastronomie auf. Das teilte der Chef der Feinschmecker-Bibel, Gwendal Poullennec, am Montag in Paris mit.

Restauarant von Paul Bocuse gehört nicht mehr zur Spitze

Drei Sterne sind seit Jahrzehnten die Bestnote von Michelin und der Traum zahlreicher Spitzenköche. Die Topauszeichnung erhielten auch Kei Kobayashi aus Paris und Glenn Viel vom „L'Oustau de Baumanière“ in der südfranzösischen Provence.

Ein "Japaner, der französische Küche macht"

Kobayashi bezeichnete sich einmal als einen „Japaner, der französische Küche macht“. Laut Michelin ist er der erste Japaner, der die Spitzenauszeichnung in Frankreich erhalten hat. 29 Spitzenlokale tragen in Frankreich die Topnote, in Deutschland sind es 10. Insgesamt tragen in Frankreich 628 Restaurants entweder einen, zwei oder drei Sterne.

Michelin hatte bereits vor dem Branchenspektakel mitgeteilt, dass die „Auberge du Pont de Collonges“ des 2018 gestorbenen Küchenpapstes Paul Bocuse ihren dritten Stern verliert und künftig nur noch zwei Sterne hat. Das hat zu großen Debatten geführt, denn das Stammhaus von Bocuse in der Nähe von Lyon trug seit 1965 ununterbrochen die Bestnote, zudem galt Bocuse lange als Inkarnation der französischen Spitzenküche.

Die Spitzenküche ist wie Spitzensport

In der Debatte um das Erbe der Küchenlegende plädierte Starkoch Yannick Alléno für mehr Gelassenheit. „Paul Bocuse hätte erneut die Ärmel hochgekrempelt und gekämpft. Paul war ein Kämpfer“, sagte der 51 Jahre alte Alléno der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann passieren, dass wir eines Tages weniger in Form sind als an einem anderen Tag. Das ist nur menschlich.“

„Michelin-Sterne werden nicht vererbt, man muss sie sich verdienen“: Der für Fisch- und Meeresspezialitäten bekannte Christopher Coutanceau (Mitte) aus der Hafenstadt La Rochelle stieg in die Spitzenliga der französischen Gastronomie auf. Die Topauszeichnung erhielten auch Kei Kobayashi (links) aus Paris und Glenn Viel (rechts) vom "L'Oustau de Baumanière" in der südfranzösischen Provence. Quelle: Christophe Ena/AP/dpa

Die Spitzenküche sei wie Spitzensport. „Jeden Tag gibt es Wettbewerber, jeden Tag muss man Weltmeister sein“, sagte Alléno. Er führt in seinem Heimatland zwei Drei-Sterne-Häuser: eines im Pavillon Ledoyen in Paris nahe den Champs-Elysées („Alléno Paris - Pavillon Ledoyen“) und das „1947“ im Wintersportort Courchevel.

„Michelin-Sterne werden nicht vererbt, man muss sie sich verdienen“, lautet ein oft wiederholtes Motto vom Guide-Michelin-Chef Poullennec. Er leitet den „Guide rouge“, wie der Führer in Frankreich auch genannt wird, seit September 2018. Michelin entzog schon im vergangenen Jahr drei Edelrestaurants die Topnote. Der Restaurantführer blickt auf eine 120-jährige Tradition zurück.

Kein Stern für Nachfolger von Paul Bocuse

Bocuse starb vor zwei Jahren im Alter von 91 Jahren. Er gehörte zu den Vertretern der „Nouvelle Cuisine“, einer Bewegung damals junger Köche, die die französische Küche entstauben wollten. Sein Kollege Marc Haeberlin berichtete einmal, dass auch Bocuse vor dem Erscheinen des Gourmetführers bis ins hohe Alter hinein stets unruhig gewesen sei.

Michelin zeichnete zum ersten Mal „Chefs“, wie Spitzenköche in Frankreich heißen, für ihre Anstrengungen für eine nachhaltige Gastronomie aus.

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RND/dpa

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