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Mehr Welt Wissen Große Unterschiede bei Kindergartengebühren in deutschen Städten
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15:53 17.05.2010
Die Kindergartengebühren sind in norddeutschen Ländern im Durchschnitt teurer als in süddeutschen Ländern. Quelle: dpa
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Dabei sind die norddeutschen Länder im Durchschnitt teurer als die süddeutschen und die neuen Länder teurer als die alten, wie der am Montag in Berlin vorgestellte „Kindergartenmonitor 2010“ ergab. „Insgesamt sanken die Gebühren in den vergangenen zwei Jahren aber um zwölf bis 16 Prozent“, sagte Oliver Steinbach von der Zeitschrift „Eltern“, die die Untersuchung gemeinsam mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegeben hatte.

Mit der Studie wurden zum zweiten Mal nach 2008 die Kindergartengebühren in den hundert größten deutschen Städten untersucht. Dabei wurden ein Jahreseinkommen von 45.000 Euro und eines von 80.000 Euro zugrunde gelegt und jeweils die Kosten für ein oder zwei Kinder untersucht. Bei der Einkommensgruppe von 45.000 Euro und der Annahme von einem Kind ergab sich eine Gebührenspanne von null Euro zum Beispiel in Düsseldorf, Kaiserslautern, Zwickau und mehr als 1700 Euro jährlich in Bremen und Lübeck. Für die einkommensstärkere Familie mit zwei Kindern lag die Differenz noch höher: nämlich zwischen null Euro in den genannten Städten und knapp 3700 Euro in Tübingen, Potsdam oder Cottbus.

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„Teilweise liegen kostenfreie und sehr teure Städte sehr nah nebeneinander“, sagte Studienleiterin Raphaela Smarzcz von der IW Consult GmbH, die die Untersuchung vornahm. „Für Menschen im Ruhrgebiet zum Beispiel lohnt es sich nachzufragen.“ Während in Düsseldorf keine Kindergartengebühren erhoben werden, befand sich Duisburg zweimal unter den teuersten Städten. Eine Vorreiterrolle schrieb Steinbach dem Land Rheinland-Pfalz zu, das 2009 die letzten drei Kindergartenjahre landesweit beitragsfrei gestellt hat.

Als Ursache für hohe Kindergartengebühren nannte Steinbach den Sparzwang in vielen Kommunen. „Viele Städte werden wegen der krisenbedingten Haushaltsnotlage dazu gezwungen sein, die Kindergarten-Gebühren zu erhöhen“, sagte er. Im Osten Deutschlands seien die Gebühren höher, weil die Kinder nicht nur vier, sondern sechs Stunden betreut würden.

INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr forderte eine Vereinheitlichung der Gebühren in Deutschland. „Wer wenig Geld hat, dem sollte über das Steuersystem oder durch Gutschein-Modelle geholfen werden“, sagte er. Die gleichen Gebühren bundesweit dienten der Transparenz für die Bürger.

afp

Klaus Wallbaum 17.05.2010