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19:03 29.01.2012
Foto: Der Golfstrom erwärmt sich schneller als der Atlantik.
Der Golfstrom erwärmt sich schneller als der Atlantik. Quelle: dpa
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Kiel/London

Der Analyse des internationalen Teams liegen Beobachtungsdaten und Simulationen zugrunde. Demnach hat sich der Golfstrom im Laufe der vergangenen 100 Jahre um etwa 1,2 Grad Celsius erwärmt, der Atlantik um 0,4 Grad.

Wie das Zentrum berichtete, trifft das Phänomen auch auf andere schnelle Randströmungen in anderen Ozeanen zu. Das gelte für Strömungen vor Japan und Australien ebenso wie für solche vor Brasilien und dem südlichen Afrika, sagte Visbeck, der den Bereich Physikalische Ozeanographie leitet.

Der Golfstrom ist eine der stärksten Meeresströmungen. Die von ihm von Amerika nach Europa transportierte Wärme ist für das vergleichsweise milde Klima in Mittel- und Nordeuropa verantwortlich. Die warme Meeresströmung hat ihren Ursprung im Golf von Mexiko und transportiert bis zu 100 Millionen Kubikmeter Wasser je Sekunde an der amerikanischen Ostküste entlang nach Norden.

Die Forschergruppe hatte untersucht, inwieweit sich solche warmen Strömungen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verändert haben. Das Ergebnis: Die Erwärmung dieser Stromsysteme fällt besonders stark aus und geht mit einer leichten, polwärtigen Verlagerung ein. Dies könne auch Konsequenzen für die Aufnahme von Kohlendioxid im Ozean haben, die bei höheren Temperaturen geringer ausfällt, hieß es.

„Wir haben insgesamt acht verschiedene globale Beobachtungsdatensätze der Temperatur angeschaut sowie Meeresströmungen mit Hilfe eines hochauflösenden Ozeanmodells unter Nutzung von Beobachtungsdaten simuliert“, erläuterte Visbeck. „Mit dieser Studie konnten wir zeigen, dass alle westlichen Randstromregionen über die letzten 100 Jahre eine deutlich stärkere Erwärmung als das globale Mittel zeigen.“ Die Gründe dafür seien noch nicht vollständig klar.

„Alles deutet auf eine Veränderung der globalen Ozeanzirkulation durch den Klimawandel hin mit expandierenden Subtropen“, äußerte Visbeck. Zur weiteren Ursachenforschung sagte er: „Der Patient Ozean braucht eine Art Langzeit-EKG, denn mit sporadischen Messungen werden wir die Ursache nur sehr schwer finden“. 

dpa

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