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20:21 11.11.2012
Mäuse mit einem defektischen genetischen Zeitmesser werden eher dick, wenn sie ihr Futter zu einer Zeit aufnehmen, in der sie ihrem Biorhythmus zufolge eigentlich schlafen sollten, also tagsüber. Quelle: dpa
Philadelphia

Jeder kennt ihn, er kommt plötzlich und ist nur schwer zu unterdrücken - der Hunger zu gewissen Tageszeiten. Gesteuert wird unsere tägliche Nahrungsaufnahme unter anderem von einem Uhr-Gen, das in der Schaltzentrale des Gehirns, dem Hypothalamus, die Lust aufs Essen auslöst. Wenn dieser genetische Zeitmesser aber kaputt geht, bringt das den Rhythmus der Nahrungsaufnahme durcheinander und kann zu Übergewicht führen - zumindest bei Mäusen. Das berichtet das Team um Georgios Paschos und Garret FitzGerald von der Universität Pennsylvania im Fachjournal „Nature Medicine“.

Die Forscher hatten das Uhr-Gen namens Arntl in den Fettzellen der Versuchstiere zerstört, woraufhin die Mäuse bei gleicher Nahrungsmenge übergewichtig wurden. Dies wirft nach Ansicht der Wissenschaftler neues Licht auf die Entstehung von Übergewicht bei Menschen.

Die Studie liefere zwei wichtige Erkenntnisse: „Die erste ist, dass eine relativ geringe Veränderung der Essenszeiten das Speichern zusätzlicher Energie begünstigen kann“, erläuterte Paschos in einer Pressemitteilung seiner Universität. „Unsere Mäuse wurden übergewichtig, obwohl sie nicht mehr Kalorien zu sich genommen haben.“ Diese Verhaltensänderung ähnele nächtlichen Fressattacken des Menschen, die ebenfalls in Zusammenhang mit Übergewicht stehen, wie der Wissenschaftler Albert Stunkard schon 1955 bewies.

Die zweite Beobachtung der Wissenschaftler betrifft unsere biologische Uhr. Traditionell orientieren sich Uhren in äußeren Geweben an der Hauptuhr im Gehirn - ähnlich wie die Mitglieder eines Orchesters dem Dirigenten folgen. „Wir wissen schon lange, dass die peripheren Uhren unabhängig von der Hauptuhr funktionieren können - schließlich kann ein Schlagzeuger auch ohne Anweisungen des Dirigenten trommeln - aber hier sehen wir jetzt, dass ein anderer Rhythmus der Nebenuhren sogar die Hauptuhr beeinflussen kann“ erklärt FitzGerald.

Die Störung der inneren Uhr kann nach Angaben der Forscher außerdem zu dauerhaften Stoffwechselstörungen führen. Beispielsweise seien Menschen, die nachts arbeiten, viel anfälliger für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Patienten mit Schlafstörungen leiden ebenfalls schneller an Übergewicht.

dpa

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