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15:56 26.04.2010
Die Gene bestimmen mit, wie häufig jemand zum Glimmstengel greift.
Die Gene bestimmen mit, wie häufig jemand zum Glimmstengel greift. Quelle: dpa
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Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung Greifswalder Wissenschaftler hat die genetische Veranlagung des Raucherverhaltens in den Nikotinrezeptoren nachgewiesen, teilte das Uni-Klinikum am Montag mit. Das soziale Umfeld bestimme zwar in der Regel, ob jemand Raucher wird. Später steuerten aber Gene, ob Menschen zu Genuss-, Gelegenheits- oder Kettenraucher werden. Für die Studie unter Leitung der Oxford University wurden weltweit 41 000 Menschen untersucht.

Das Nikotin als wesentlicher Suchtstoff in der Zigarette entfaltet nach Angaben der Forscher im Gehirn über die Aktivierung sogenannter Nikotinrezeptoren seine stimulierenden Effekte. Diese Rezeptoren nehmen die Suchtstoffe auf und setzten anschließend „Glückshormone“ wie die Neurobotenstoffe Dopamin und Serotonin frei. In der Studie sei nun erstmals nachgewiesen worden, dass die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten durch bestimmte Variationen in den Genen der Nikotinrezeptoren beeinflusst werde, erklärte der Greifswalder Forscher Hans-Jörgen Grabe. Bislang sei man davon ausgegangen, dass das Suchtverhalten vor allem durch den unterschiedlichen Nikotinabbau durch Enzyme in der Leber beeinflusst wird.

Auch wenn Gene maßgeblich das Raucherverhalten beeinflussen, ist der Griff zur ersten Zigarette aus Sicht der Forscher vor allem von psychosozialen Faktoren abhängig. Deshalb komme der Prävention eine entscheidende Bedeutung zu, um gesundheitliche Folgen wie Krebs, Herzinfarkt oder Gefäßerkrankungen erfolgreich einzudämmen, betonte Grabe. Weltweit rauchen mehr und eine Milliarde Menschen.

dpa